Wildnis in der Schirn Kunsthalle Frankfurt

Henri Rousseau, Le lion, ayant faim, se jette sur l'antilope, 1898 – 1905, Öl auf Leinwand, 200 x 301 cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler, Foto: Robert Bayer, Basel
Henri Rousseau, Le lion, ayant faim, se jette sur l'antilope, 1898 – 1905, Öl auf Leinwand, 200 x 301 cm, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, Sammlung Beyeler, Foto: Robert Bayer, Basel

In Zeiten, in denen die weißen Flecken auf den Landkarten dieser Welt weitgehend verschwunden sind und ein ›unberührter Naturzustand‹ fast nur noch in Form von ausgewiesenen Reservaten existiert, kehrt die ›Wildnis‹ zurück in die Kunst. Die Suche nach letzten freien Plätzen, die Expedition als künstlerisches Medium, Visionen einer posthumanen Welt prägen die Werke vieler zeitgenössischer Künstler ebenso wie die Neuverhandlung des Verhältnisses von Mensch und Tier. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet dieser wiederkehrenden Faszination eine umfassende Themenausstellung, in der rund 100 bedeutende Kunstwerke u. a. von Julian Charrière, Marcus Coates, Tacita Dean, Mark Dion, Jean Dubuffet, Max Ernst, Asger Jorn, Joachim Koester, Ana Mendieta, Georgia O’Keeffe, Gerhard Richter, Henri Rousseau und Carleton E. Watkins präsentiert werden. Seit Beginn der ästhetischen Moderne hat das Wilde, Ungezähmte, nicht Kultivierte Künstler immer wieder in seinen Bann gezogen.

Thomas Struth, Paradise 21, Yuquehy/Brazil, 2001, 172,1 x 215,8 cm, © Thomas Struth
Thomas Struth, Paradise 21, Yuquehy/Brazil, 2001, 172,1 x 215,8 cm, © Thomas Struth

Die Ausstellung vereint Gemälde, Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen, die den vielfältigen Verbindungen von Wildnis und Kunst von 1900 bis zur Gegenwart nachgehen. Mit ›Wildnis‹ steht ein kulturelles Konzept zur Diskussion, das seit jeher auch als Projektionsfläche für das Andere und das Fremde, für Gegenbilder und Sehnsuchtsfantasien jenseits der Grenzen einer vermeintlich zivilisierten Welt diente. Im heutigen ›Zeitalter des Menschen‹ scheint die Utopie eines von Kultur und menschlichem Einfluss fernen Naturzustands überholt. Die Auseinandersetzung mit tradierten Bildern und Fiktionen von Wildnis aber erweist sich als lebendiger denn je. 

KURATORIN Esther Schlicht, Schirn Kunsthalle Frankfurt 

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Schirn Kunsthalle Frankfurt

Römerberg,
60311 Frankfurt am Main
, 069 2998820

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