Tizian und die Renaissance in Venedig

Bild: Paolo Veronese (1528–1588), Amor mit zwei Hunden, ca. 1580, Öl auf Leinwand, 100 x 134 cm, München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Alte Pinakothek, ©bpk|Bayerische Staatsgemäldesammlungen

 

Ab dem 13. Februar 2019 widmet sich das Städel Museum in der groß angelegten Sonderausstellung „Tizian und die Renaissance in Venedig“ mit über 100 Meisterwerken einem der folgenreichsten Kapitel der europäischen Kunstgeschichte: der venezianischen Malerei der Renaissance. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entwickeln die Künstler der Lagunenstadt eine eigenständige Spielart der Renaissance, die auf rein malerische Mittel und die Wirkung von Licht und Farbe setzt. Einer der wichtigsten Vertreter ist Tizian (um 1488/90–1576), der zeit seines Lebens die zentrale Figur in der venezianischen Kunstszene bleibt. Mit über 20 seiner Werke versammelt die Frankfurter Schau die umfangreichste Auswahl, die in Deutschland je gezeigt wurde. Darüber hinaus sind unter anderem Gemälde und Zeichnungen von Giovanni Bellini (um 1435-1516), Jacopo Palma il Vecchio (1479/80-1528), Sebastiano del Piombo (um 1485-1547), Lorenzo Lotto (um 1480-1556/57), Jacopo Tintoretto (um 1518/19-1594), Jacopo Bassano (um 1510-1592) oder Paolo Veronese (1528–1588) zu sehen. Die Ausstellung bietet einen umfassenden Einblick in die künstlerische und thematische Bandbreite der Renaissance in Venedig und macht anschaulich, warum sich Künstlerinnen und Künstler der nachfolgenden Jahrhunderte immer wieder auf die Werke dieser Zeit beziehen. In einer Folge von acht thematischen Kapiteln werden ausgewählte Aspekte vorgestellt, die für die venezianische Malerei des 16. Jahrhunderts charakteristisch sind. Dazu gehören etwa atmosphärisch aufgeladene Landschaftsdarstellungen, Idealbilder schöner Frauen (die sogenannten „Belle Donne“) oder die Bedeutung der Farbe für die Kunst der Venezianer. Die thematisch angelegten Sektionen ergeben ein systematisches Panorama des umfangreichen Materials. Neben dem venezianischen Bestand der Städelschen Sammlung, zu dem etwa Tizians Bildnis eines jungen Mannes (um 1510) gehört, werden hochkarätige Leihgaben aus mehr als 60 deutschen und internationalen Museen gezeigt.

Bild: Tizian (um 1488/90–1576) Bildnis der Clarice Strozzi © bpk / Gemäldegalerie, SMB / Christoph Schmidt

 

„Dieses wirkmächtige Klassikerthema der Kunstgeschichte ist in den deutschen Museen erst in jüngster Zeit stärker ins Blickfeld geraten. So erfüllt es uns mit großer Freude, dass wir in Frankfurt zum ersten Mal überhaupt in Deutschland ein so umfassendes, durch Schwerpunkte strukturiertes Panorama der venezianischen Malerei der Renaissance präsentieren können“, so Städel Direktor Philipp Demandt.

Bild: Tizian (um 1488/90–1576) Bildnis des Alfonso d’Avalos mit Page, The J. Paul Getty Museum Digital image courtesy of the Getty's Open Content Program

 

Tizians Zeitgenossen wie Sebastiano del Piombo oder Lorenzo Lotto verbreiten die Innovationen bald auch außerhalb der Stadtgrenzen Venedigs. Ab den 1540er-Jahren tritt mit Jacopo Tintoretto, Paolo Veronese und Jacopo Bassano eine neue Künstlergeneration auf den Plan, die ebenfalls um Aufträge wetteifert. Tizian setzt jedoch für Konkurrenten und Bewunderer gleichermaßen die Messlatte.

„Kaum ein Bereich der Kunstgeschichte hat eine so kontinuierliche Rezeption erfahren. Tizian, Tintoretto und Veronese ist dabei eine Bewunderung zuteilgeworden wie sonst nur Michelangelo und Raffael“, betont Bastian Eclercy, Kurator der Ausstellung.

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Städel Museum

Schaumainkai 63,
60596 Frankfurt am Main

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