Retrospektive des Bildhauers Eduardo Chillida

Eduardo Chillida zählt zu den bedeutendsten spanischen Bildhauern der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine gewaltigen Skulpturen sind ikonisch, seine Großprojekte über den Globus verstreut. Immer beschäftigte den Basken die Frage nach der gegenseitigen Abhängigkeit von Form und Raum, von Material und Leere. Das Museum Wiesbaden würdigt den „Architekten der Leere“ vom 16. November bis zum 10. März 2019 mit einer großen Retrospektive und zeigt anhand von über 100 Werken den künstlerischen Werdegang des Bildhauers.

Eduardo Chillida, Ansichten Museo Chillida Leku © Chillida Family, Zabalaga-Leku, San Sebastián / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Eduardo Chillida, Ansichten Museo Chillida Leku © Chillida Family, Zabalaga-Leku, San Sebastián / VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Eduardo Chillidas (1924–2002) ortsspezifische Skulpturen aus Stahl, Stein und Beton fügen sich fast natürlich in ihr Umfeld ein, so etwa die in seiner Heimatstadt San Sebastián auf drei Klippen montierten „Peine del viento“ (Windkämme) von 1976, seine vor dem Berliner Bundeskanzleramt aufgestellte Stahlskulptur „Berlin“ von 1999 oder die große, 1990 geschaffene Arbeit „Elogio del Horizonte“ bei Gijón. Die Anfänge des Bildhauers lagen jedoch im Studium der Architektur, bevor Chillida sich ganz der Zeichnung und der Skulptur widmete. 

Beginnend mit dem Werkstoff Eisen ergründete Chillida in den 1950er Jahren die Eigenschaften und Widerstände des Materials, welche die Form seiner Skulpturen stets bedingen sollten. In seiner Schmiedewerkstatt spaltete und windete er fasziniert von der physischen Kraft des Arbeitsprozesses schwere Metalle, im Atelier entstanden plastische Arbeiten aus Holz, Alabaster, Terrakotta und Granit. Sein künstlerisches Interesse galt vor allem der Verortung seiner Skulpturen im Raum: „Ich trachte meinerseits danach, die dreidimensionale Leere durch die dreidimensionale Fülle zu definieren und zwar durch das gleichzeitige Schaffen einer Wechselbeziehung und eines Dialogs zwischen ihnen. Dank dieser Wechselbeziehungen leiten uns die äußeren Volumina, die uns leicht zugänglich sind, zu den uns weniger gegenwärtigen, verborgenen Räumen.“ Eduardo Chillida Das umfangreiche Werk Chillidas wurde in namhaften Museen ausgestellt und mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Preis der Biennale von Venedig im Jahr 1958.

 

Eduardo Chillida, La Casa de Hokusai, 1981, Museu d’Art Contemporani de Barcelona © Chillida Family, Zabalaga-Leku, San Sebastián / VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Eduardo Chillida, La Casa de Hokusai, 1981, Museu d’Art Contemporani de Barcelona © Chillida Family, Zabalaga-Leku, San Sebastián / VG Bild-Kunst, Bonn 2018

„Eduardo Chillida – Architekt der Leere“ (16. November 2018–10. März 2019) präsentiert in sieben Ausstellungskapiteln einen Überblick über die Schaffensphasen des Bildhauers. Skulpturen, Modelle von Großprojekten, Druckgrafiken, Collagen und großen Wandbilder aus Keramik veranschaulichen das künstlerische Wechselspiel zwischen dreidimensionaler Leere und dreidimensionaler Fülle.

Die Ausstellung entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Museo Chillida Leku und wird unterstützt durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

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Museum Wiesbaden

Friedrich-Ebert-Allee 2,
65185 Wiesbaden
, 0611 3352250
Sonderausstellung* 10,— Euro (7,— Euro ermäßigt) * Eintritt in die Sonderausstellungen beinhaltet den Besuch der Sammlungen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre freier Eintritt in die Sammlungen. Weitere Ermäßigungen und Tarife für Gruppen online.

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