EIN JAHR FÜR DEN MANN DES JAHRTAUSENDS

Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, ist der berühmteste Sohn der Stadt Mainz und Eltville zugleich. Seine bahnbrechenden Pionierleistungen lösten eine unglaubliche Medienrevolution in Europa und der ganzen Welt aus! 1997 wurde Gutenbergs Druckverfahren daher vom Life Magazine zur bedeutendsten Erfindung der Menschheit und Gutenberg selbst vom US-amerikanischen Privatsender A&E Network zum ›Man of the Millennium‹ erhoben. Der 550. Todestag gibt Anlass, den Meister der Schwarzen Kunst zu feiern und zu würdigen.

EIN JAHR FÜR DEN MANN DES JAHRTAUSENDS

Gutenberg entwickelte im 15. Jahrhundert ein innovatives Druckverfahren mit beweglichen Lettern aus Metall inklusive allen dazu notwendigen Werkzeugen und Arbeitsabläufen. Diese optimierte er bis zur Perfektion. Sein System beruhte auf einer genialen Idee: Der Zerlegung eines Textes in alle seine Einzelelemente. Während der Verbannung aus Mainz kam er in Eltville unter und half den Gebrüdern Bechtermünz bei der Einrichtung einer Druckerei. Hier konnte er mit den örtlichen Handwerkern Weintraubenpressen für seine Zwecke entfremden. Außerdem erfand er das revolutionäre Handgießinstrument, das zur seriellen Herstellung von identischen wiederverwendbaren Druckbuchstaben diente. Gutenberg gelangen so wahre Meisterwerke: Die herausragende technische und ästhetische Qualität seiner ab 1452 produzierten 42-zeiligen Gutenberg Bibeln versetzt bis heute in Erstaunen. Des Weiteren druckte er auch Wörterbücher, Kurzgrammatiken, Ablassbriefe und Kalender. Das neue Verfahren eröffnete die Möglichkeit, Wissen, Ideen und Botschaften erstmals in unlimitierter Auflage herzustellen und zu verbreiten. Von den europäischen Nachbarländern wurde es daher schnell übernommen. Folglich gilt Gutenberg vielen als Pionier der Massenkommunikation sowie als Vater der Typografie und seine ›Schwarze Kunst‹ als ein säkularisierender Startschuss für die Renaissance. Von da an war der Zugang zu Bildung nicht mehr den Eliten vorbehalten, sondern theoretisch allen Menschen.

»Pionier der Massenkommunikation – Vater der Typographie.«

Im Gutenbergjahr 2018 ist es der Stadt Eltville am Rhein gelungen, als kulturellen Höhepunkt eine Kunstinstallation mit seriellen Skulpturen des international renommierten Konzeptkünstlers Ottmar Hörl zu präsentieren. Die Schirmherrschaft dieses außergewöhnlichen Kunstprojekts hat der Ministerpräsident des Landes Hessen, Volker Bouffier, übernommen. Wie Gutenberg ist auch Prof. Ottmar Hörl, der bis 2017 Präsident der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg war, die Teilhabe möglichst vieler Menschen an Kultur ein Anliegen. Und wie Gutenberg nutzt Hörl das serielle Prinzip zur Demokratisierung von Kunst. So begeistern seine Skulpturen alle Generationen. Längst sind sie Kult, etwa die ›500 Rosen für Eltville‹, die 2013 in Eltville ausgestellt wurden, und über die VivArt berichtet hat. Die aktuelle Arbeit zu Ehren Gutenbergs besteht aus 155 seriellen Gutenberg-Figuren in drei monochromen Farben. Sie trägt den Titel ›BLACK MAGIC – gutenberg@eltville‹. Als Partner und Sponsoren werden der Burgverein Eltville, die Sektkellerei Rotkäppchen Mumm und die Verlagsgruppe Rhein-Main das Projekt unterstützen. 

Wer das Ereignis keinesfalls verpassen möchte, hat Gelegenheit, die Kunstinstallation vom 18. August bis 23. September täglich bei freiem Eintritt von 10.30 Uhr bis 19 Uhr in den Außenanlagen und Rosengärten der Burg zu erleben und am vielseitigen Rahmenprogramm teilzunehmen. Zur Vernissage am 17. August besteht die Möglichkeit, mit dem Künstler Ottmar Hörl vor Ort ins Gespräch zu kommen. Am 26. August präsentiert Dr. Stephan Füssel, Leiter des buchwissenschaftlichen Instituts der Universität Mainz, Neues aus der Gutenbergforschung. Der Burgsonntag in der Kurfürstlichen Burg am 9. September bietet für die ganze Familie eine Druckvorführung, Gästeführungen, Bewirtung mit Kaffee und Kuchen sowie eine Gutenberg-Lesung. Außerdem finden im September zwei Fachvorträge zum Thema Rosen und Gärten statt. Die enge Verbindung zur Stadt Mainz wird am 21. September lebendig: Von Eltville aus geht es mit dem Schiff auf die andere Rheinseite, wo das Gutenberg-Museum zu einer exklusiven Führung durch die Sonderausstellung ›Ohne Zweifel Gutenberg‹ einlädt. Wer Freude daran hat, dem Mann des Jahrtausends im Gedenkjahr 2018 die Ehre zu erweisen, kann durch den Erwerb einer Skulptur Gutenberg-Pate werden. Am 23. September können alle Käufer einer Gutenberg-Skulptur aus der Originalinstallation sich ›ihren‹ Mann des Jahrtausends zur Finissage persönlich abholen.

Ottmar Hörl: Black Magic – gutenberg@eltville

18.8.–23.9.2018 (Vernissage am 17. August)

Öffnungszeiten täglich 10.30–19 Uhr, Eintritt frei

Skulpturen-Pate werden und zum Erhalt der Kurfürstlichen Burg beitragen:

Bereits jetzt können Sie sich die begehrten Gutenberg-Figuren reservieren. Alle, die eine Skulptur erwerben, unterstützen das Ausstellungsprojekt und tragen zugleich zur Erhaltung der Burg bei. Die Subskriptionsurkunde für eine Reservierung zum Vorzugspreis erhalten Sie in der Tourist-Information Eltville oder online als PDF-Download auf der Homepage der Stadt. Anfragen bitte per E-Mail an: gutenberg@eltville.de

Ehrenamtlich Gutenberg Botschafter werden:

Interessenten, die kommunikativ sind und Freude daran haben, im Ausstellungszeitraum stundenweise ehrenamtlich durch die Ausstellung zu führen, melden sich bitte per E-Mail unter gutenberg@eltville.de oder unter Telefon 0151 464 340 40.

Tourist-Information in der Kurfürstlichen Burg

Burgstraße 1, 65343 Eltville am Rhein, 06123 90980

 

www.eltville.de

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