UNSER TÄGLICH BROT

 »Ein Nassauer Landbrot, bitte!« So oder ähnlich erklingt es täglich unzählige Male in den Fachgeschäften der Bäckerei Huth. Das aromatische Weizenmischbrot ist aus gutem Grund einer der Lieblinge der treuen Huth-Kunden und das Meistverkaufte des ›echten Bäckers‹. Bei vielen Einheimischen darf das Nassauer Landbrot von 1828 auf dem Einkaufszettel keinesfalls fehlen.

Fotos: Ira Wirth
Fotos: Ira Wirth

Was hat es überhaupt mit Nassau, dem einstigen Herzogtum und Namensgeber des beliebten Brotes auf sich? Das Haus Nassau war im Verlauf seiner fast 1.000-jährigen Geschichte in viele Seitenlinien zerfallen. Bis ins 18. Jahrhundert bildeten sich drei Hauptlinien heraus: Nassau-Usingen, Nassau-Weilburg und Nassau-Diez mit dem ungleich größeren Gebiet in Belgien und den Niederlanden. 

»Kaiser Wilhelm I. weilte auf einem Kurbesuch und genoss ... natürlich das Nassauer Landbrot.«

Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803 entsprach weitgehend den Wünschen der beiden kleineren Fürstentümer. Friedrich-August von Nassau-Usingen und sein Vetter Friedrich-Wilhelm von Nassau-Weilburg vereinigten am 17. Juli 1806 ihre Fürstentümer zu einem Herzogtum. Aus über 20 vorher selbstständigen Territorien formten sie das neue Land Nassau. Per Dekret wurde 1814 die erste moderne Verfassung eines deutschen Staates erlassen. Sie garantierte Freiheit des Eigentums, religiöse Toleranz und Pressefreiheit. 1815 erhielt Nassau-Diez die niederländische Krone und musste seine Stammlande an Preußen abgeben, das wiederum Teile an das Fürstentum Nassau weitergab. Jetzt war der kleine Staat, etwa deckungsgleich mit den Mittelgebirgen Taunus und Westerwald, rund wie ein Laib Brot. 1828, das kleine Staatsgebilde war gerade einmal 22 Jahre alt, buk Phillip Siefer, der Urahn von Dominique und Sascha Huth, erstmals sein Nassauer Landbrot, das bis heute den Namen der Region trägt. Das Rezept wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Das sehr aromatische Weizenmischbrot entsteht mit langsamer Teigführung aus Huth Natursauerteig (Roggen),Weizenmehl, Wasser, natürlichem Steinspeisesalz und Hefe – slow-baking eben.Im preußisch-österreichischen Krieg 1866 stand das Herzogtum Nassau auf der ›falschen Seite‹ und ging 1868 mit der Freien Stadt Frankfurt und dem Kurfürstentum Hessen in der preußischen Provinz Hessen-Nassau auf. Nassau und Frankfurt bildeten auch den Regierungsbezirk Wiesbaden. Genau dort fand unser täglich Brot fünf Jahre später ganz prominente Beachtung. Kaiser Wilhelm I. weilte auf einem Kurbesuch und genoss ... natürlich das Nassauer Landbrot. Die UNESCO nahm 2014 die Deutsche Brotkultur in die Liste des immateriellen Kulturerbes auf. Keine andere Nation pflegt so ein inniges Verhältnis zum Grundnahrungsmittel Brot wie die Deutschen. Oder, geografisch etwas regionaler gedacht, die Nassauer zu ›ihrem Landbrot‹ von Huth. So wurde es gar synonym zu einem Stück Heimat und ist von unseren Tischen nicht mehr wegzudenken.

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Bäckerei Huth GmbH & Co. KG

Am Schlag 34,
65549 Limburg an der Lahn

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