Futter für die kleinen grauen Zellen

»Erst durch das Vermögen unserer Sinne hängen wir an der Welt und hängt die Welt an uns.«

Zurecht in Italien als kleine Sensation gefeiert, kann Emanuele Coccias Essay ›Sinnenleben‹ nun in unseren Köpfen seine Wirkung tun. Seit der Antike, in der die Menschen viel weniger schamhaft waren, konnte ihre Ästhetik des Körperlichen praktisch nur noch Thema in der bildenden Kunst sein. Eine Philosophie des Sensuellen?! Undenkbar, in der Verklemmtheit, die in der Philosophie seit dem Deutschen Idealismus herrschte. Allenfalls der Blick hat seine Berechtigung, nur bei Nietzsche, Sartre, oder Georg Simmel fand das übrige menschliche Sensorium, das Tasten, Fühlen, Schmecken oder Riechen Aufmerksamkeit. Coccia holt das sensationell in dieser schmalen Menschheitsgeschichte der Sinne nach – mit verblüffenden Erkenntnissen, die bis in die Mode und zu Schmuck und Kosmetik reichen.

Emanuele Coccia:
Sinnenleben – eine Philosophie.
Edition Akzente. Carl Hanser Verlag. 2020
156 Seiten. ISBN 978-3-446-26572-1; 22 EUR

 

 

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