VON TORTEN MIT KULT ZU MODE MIT STIL

Daniela Diehl schätzt die Kontinuität der vielen Traditionsgeschäfte in der Mainzer Altstadt und führt mit ihrem Geschäft am Leichhof ebenso die eigene Familiengeschichte hier im Schatten des Doms weiter.

Das Café Diehl mit dem schönen Domblick

Anfang der 1930er-Jahre eröffnete Karl Diehl in der Leichhofstraße in Mainz das ›Café Diehl‹. In einer Zeit, als noch aufwendige Tor-ten en vogue waren, wurde der Konditormeister mit Leib und Seele schnell stadtbekannt. Im Krieg zerstört, wurde das Geschäft mit den wenigen Möglichkeiten, die man hatte, aber bald wieder-eröffnet, und in den 1950er-Jahren erhielt das Café Diehl dann das Aussehen, an das sich heute noch viele Mainzer erinnern. Im Stil der damaligen Zeit – heute wäre es ein Kultklassiker – reihten sich in den Räumlichkeiten die klassischen Kaffeehausstühle von Thonet. Einen besitzt Daniela Diehl heute noch. 

In der nächsten Generation übernahm ihr Vater Karl-Gottfried Diehl das Geschäft, das er gemeinsam mit seiner Frau mit viel Gastfreundschaft und Liebe weiterführte. So wurde für Daniela Diehl das Café und die ›Conditorei am Leichhof‹ von klein auf zum zweiten Zuhause. Gern erinnert sie sich daran, wie sie zur Weihnachtszeit beim Rutenbinden half oder an Ostern die mit Trüffeln gefüllten Ostereier in Seidenpapier einwickelte. 

Daniela Diehls Boutique heute


Einige Details in den großzügigen Räumlichkeiten am Leichhof erzählen quasi auratisch von dieser Familiengeschichte; wo heute Daniela Diehl ihre mit Sorgfalt und untrüglichem Gespür ausgesuchte Mode präsentiert, war früher der Gastraum. Als sich ihr vor nunmehr zwölf Jahren die Chance bot, diesen so vertrauten Ort wieder anzumieten, zögerte sie nicht. Sie ließ zum Beispiel die charakteristischen Rundbögen wieder freilegen und gestaltete ihr Geschäft mit einem Händchen gerade für die Details, die Erinnerungen an die Kaffeehauskultur von früher wachrufen können. 

Foto: Markus Kohz

 

Wer früher über den Leichhof lief, spähte durch die großen Glasfenster in den Gastraum des Cafés, um zu sehen, wer hier anzutreffen war. Auch heute schaut man gern bei Daniela Diehl vorbei und erfreut sich an den ausgefallen dekorierten Schaufenstern. Immer wieder entdeckt man Neues – von Schäferkästen aus vergoldetem Blech bis zu antiken Überseekoffern mit stets frischen Blumendekorationen von Sophia Kern. Das ließ sich Daniela Diehl auch während des Lockdowns nicht nehmen, als die Mainzer Innenstadt praktisch stillgelegt war, und dekorierte unbeeindruckt weiter ihre Schaufenster. »Das kam bei meinen Kunden sehr gut an und sie sind mir in dieser Zeit treu geblieben, was mich sehr glücklich macht. Und diese Treue, die mir meine Kunden beweisen, halte ich mit meinen Lieferanten und meinen Labels genauso.« Also Fabiana Filippi, Drykorn, High, Max Mara, Windsor und viele mehr. Erweitert wird ihr Sortiment jetzt im Herbst durch Joop: »Joop ist eine Marke, die ihre hohen Standards bis heute hält. Mit Joop Women spreche ich meine jüngeren Kundinnen an, auch preislich gesehen. Ich freue mich auf diese moderne Kollektion.« Zum Schluss verrät sie noch: »In diesem Herbst kann man sich bei Max Mara und Windsor auf ein leuchtendes Rot freuen, das kombiniert wird mit Kamelhaar. Ein weiterer Trend, den es seit Jahren nicht mehr gab, ist ein sehr dunkles Braun, wie Zartbitterschokolade. Eine sehr elegante Farbe!« 

 

VivArt Service Logo

Daniela Diehl – Mode & Accessoires in Mainz

Leichhof 15,
55116 Mainz
  • Mo–Fr 10.00–18.30
  • sa 10.00–16.00

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