Raum für neue Methoden

Das Schmerz- und Palliativzentrum Rhein Main löst Konflikte auf. Zwischen konventioneller Medizin und Naturheilkunde. Oder zwischen Menschen und ihren Schmerzen, die sie akut oder schon jahrelang begleiten. Dafür braucht das Team Platz, den es sich in neuen Räumlichkeiten auf der Rheinstraße schafft. 

»Wir stehen für einen Generationswechsel«, erzählt Dr. med. Louise Reisner-Sénélar. Die gebürtige Dänin, die seit 2002 in Hessen praktiziert und vor vier Jahren nach Wiesbaden kam, teilt sich mit Dr. med. Sabine Schneider und Jan Meier die Ärztliche Leitung des Schmerz- und Palliativzentrums Rhein-Main. »Seit vielen Jahren helfen wir hier gemeinsam sehr erfolgreich schmerzgeplagten Menschen mit klassischen Methoden der konventionellen Medizin, deren gezielte Symptomkontrolle gerade im Palliativbereich unschlagbar ist. Daneben interessieren wir jüngeren Ärztinnen und Ärzte uns sehr für die Möglichkeiten der Naturheilkunde. Indem wir heute beide medizinische Lehren kombinieren, können wir vor allem chronischen Schmerzpatienten, die noch viele Lebensjahre vor sich haben, Perspektiven eröffnen.«

Das Wiesbadener Schmerz- und Palliativzentrum Rhein-Main hatte sich über Jahrzehnte am Langenbeckplatz 2, dem heutigen Medicum, etabliert. Mit insgesamt neun Ärztinnen und Ärzten deckt das Team heute ein breites Feld medizinischen Fachwissens ab: Alle sind in spezieller Schmerztherapie ausgebildet, die meisten in Anästhesiologie, hinzu kommen Allgemein-, Notfall- und Palliativmedizin, Akupunktur, Meso-, Chelat- und bioidentische Hormontherapie sowie eine Therapeutin für Hypnotherapie, Entspannungsverfahren, Biofeedback und eine Psychologin für die psychotherapeutische Schmerzbehandlung –übrigens auch in englischer Sprache.

»Einige entdecken ihren Körper neu: Nicht nur als Quelle des Schmerzes, sondern auch des Wohlfühlens.«

»Für die integrativen Methoden, die wir inzwischen praktizieren, brauchen wir mehr Raum«, begründet Dr. Reisner-Sénélar den anstehenden Umzug in die Rheinstraße 31, wo dann zwei Etagen zur Verfügung stehen: mehr als doppelt so viel Platz wie bisher. Dort kann das Team seine Fähigkeiten entfalten, die es nach und nach ausgebaut hat, und raumfordernde Therapien integrieren wie Yoga und Qigong, die zur ›Mind-Body- Medizin‹ gehören. Diese noch junge Fachrichtung der ›Integrativen Medizin‹ fragt nicht, ob Behandlungsmethoden aus der Schulmedizin oder der Naturheilkunde stammen, sondern was nach einer ganzheitlichen Diagnose die bestmögliche Hilfe bietet. »Wir können hier sehr gezielt unterschiedliche Therapien anbieten und je nachdem, wie sie anschlagen, flexibel reagieren«, erklärt die Ärztin. »Wer zu uns kommt, muss sich also nicht für oder gegen eine medizinische Lehre entscheiden, sondern kann die Vorteile aller Methoden nutzen.«

Dies ist umso hilfreicher, da den meisten Menschen egal ist, ob eine Behandlungsmethode auf die westliche oder östliche Heilkunde zurückzuführen ist. Hauptsache, sie hilft: »Gerade Menschen, die ihre Beschwerden nur mit Medikamenten ertragen, aber noch viele Lebensjahre vor sich haben, können mit uns nach Wegen suchen, aus dem Kreislauf von immer mehr Schmerz und immer mehr Pillen auszubrechen, ohne mit ihren bisherigen Methoden schlagartig brechen zu müssen«, berichtet Dr. Reisner-Sénélar beispielsweise über Menschen mit chronischen Rücken-, Gelenk- und Kopfschmerzen oder auch rheumatischen oder stoffwechselbedingten Erkrankungen.

Gerade bei chronischen Schmerzsyndromen wie Fibromyalgie, Migräne, rheumatischen Erkrankungen, Erschöpfung und Depressionen ließen sich die Ursachen häufig nicht leicht ergründen. Auch wenn Schmerzmittel und Psychopharmaka hier hilfreich seien, hätten sie eben ihre Grenzen. Klar ist: Je früher die Bandbreite der Behandlungsmethoden eingesetzt wird, desto stärker kann der Verlauf chronischer Erkrankungen beeinflusst werden. Auch vor geplanten operativen Eingriffen kann es sich lohnen, Alternativen in Erwägung zu ziehen. Dr. Reisner-Sénélar: »Unser Team steht gern zur Verfügung, um mit einer interdisziplinären Untersuchung eine Zweitmeinung zu bilden.«

Wo es gelingt, Selbstheilungskräfte zu aktivieren, können Patientinnen und Patienten zum Teil Medikamente reduzieren oder gar absetzen. Einige entdecken dabei ihren Körper neu: Nicht nur als Quelle des Schmerzes, sondern auch des Wohlfühlens.

 

Tag der offenen Tür am 10. September 2021, unter Vorbehalt der geltenden Corona-Regeln; bitte informieren Sie sich vorab auf der Website oder telefonisch.

VivArt Service Logo

Schmerz- und Palliativzentrum Rhein-Main

Langebeckstraße 2,
65189 Wiesbaden
, 0611 44754000
Ab August 2021: Rheinstraße 31, 65185 Wiesbaden

Zurück