POSTKULTUR PER POST

Mit der Frankfurter Box von PostKultur wird regionale Kultur bis zur Haustür geliefert und von zu Hause aus erlebbar. Mara von Zitzewitz im Gespräch mit Gründerin Kathleen Alder über das innovative Konzept, Kulturangebote im Ausnahmezustand und darüber, wie wichtig es ist, Kunst persönlich zu erfahren.

Foto: Tony Briggs

 

Mit der Postkultur-Box wird Kunst auch zu Pandemiezeiten haptisch erfahrbar. Wie unterscheiden sich die Inhalte von aktuellen digitalen Kulturangeboten?


Ich bin jemand, der Kultur immer anfassen und erleben muss – und nach einigen Monaten vorwiegend digitaler Angebote im ersten Lockdown hatte ich meine Grenze erreicht, wie lange ich vor einem Bildschirm sitzen möchte. Als Kulturmanagerin habe ich überlegt, wie ich ein Kulturangebot zusammenstellen könnte, das nach Hause kommt und dort erlebbar ist und gleichzeitig die lokale Kulturszene unterstützt. So ist PostKultur entstanden – und es ist tatsächlich alles zum Anfassen. Entscheidend für mich war, dass wir Auftraggeber sind und somit auch proaktiv Projekte ermöglichen können, die vielleicht sonst so nicht entstanden wären.


Jede Box enthält eine sorgfältig kuratierte Auswahl an Werken mit regionalem Bezug. Wie treffen Sie Ihre Wahl?


Wir versuchen, eine gute Mischung zu finden von großen und bekannten Namen und Newcomern. Wir wollen etablierte Institutionen ebenso unterstützen wie die unabhängigen Neuen oder weniger Bekannten. Mir ist es wichtig, eine Zusammenstellung aus allen Kultursparten zu finden, sodass man vielleicht auch gezwungen ist, die eigene Komfortzone zu verlassen. Das Angebot soll interessant sein und unterhalten, aber teils auch herausfordern. So findet sich in der Stadt-Box Frankfurt ein Buch aus der Frankfurter Verlagsanstalt neben dem Ensemble Modern, die Singer-Songwriterin Fee neben Lena Grewenig und anderen.


Die PostKultur-Box ist neu auch als Abonnement erhältlich. Wie kann ich mir das vorstellen?


Die erste Abo-Box ist gerade veröffentlich worden: Sie erscheint vierteljährlich, ist kleiner als die Stadt-Boxen und hat immer einen thematischen Fokus, zu dem ein vielfältiges Kulturangebot zusammengestellt ist. Die Box kostet jeweils 75 Euro, die Stadt-Boxen kosten 150 Euro. Mein Anspruch ist wie gesagt, nicht nur kulturelle Neuheiten, unbekannte Schätze oder interessante Klassiker in den Boxen zu präsentieren, sondern auch neue Werke beauftragen zu können und somit überdies Exklusivität zu schaffen. Deshalb ist es schön, dass wir trotz kleinerer Box auch hier neue Themen in Auftrag geben können und in dieser Ausgabe besondere, für PostKultur geschaffene Werke dabei haben – wie z. B. ein Buch der Fotografin Hanna Lenz oder eine CD. Begleitend liegt immer eine Broschüre bei mit Informationen oder Tipps, die das Angebot schön ergänzen.


Vielen Dank für das Gespräch!

 

 

post-kultur.com

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