Nachhaltig Bauen

Seit über 70 Jahren leistet die GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH einen wesentlichen Beitrag dazu, dass Wohnen für breite Bevölkerungsgruppen bezahlbar bleibt. Dirk Becker traf Thomas Keller, Geschäftsführer der GWW, zum Gespräch über Nachhaltigkeit und die Zukunft des Bauens.

Thomas Keller, Geschäftsführer der GWW, Foto:Tanja Nitzke

Herr Keller, Sie sind Geschäftsführer der GWW Wiesbadener Wohnbaugesellschaft mbH. Was macht die GWW?

Mit einem Portfolio von über 13.000 Wohnungen sind wir der größte Vermieter in der Stadt. Wir sind allerdings nicht nur Bestandshalter, sondern entwickeln und bauen auch – sowohl Miet- als auch Eigentumswohnungen. Denn unser Auftrag, für breite Bevölkerungsgruppen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist aktueller denn je.

Unser Titelthema lautet ›Zauberwort Nachhaltigkeit‹, da darf die GWW nicht fehlen. Als Unternehmen initiieren Sie einerseits regelmäßig Projekte, in deren Fokus die Integration, Partizipation und Prävention stehn, zudem ist das Thema Klimaneutralität zentral. Wie schaffen Sie es, dies gut zu verbinden und dabei wirtschaftlich zu bleiben?

Unser Ziel ist, bis 2045 klimaneutral zu sein. Wir sind schon sehr lange dabei, unseren Bestand energetisch auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen. Über 4.850 Wohnungen haben wir inzwischen saniert. Zählt man noch einmal die über 1.000 Neubauwohnungen hinzu, befinden sich rund 45 % unseres Bestands auf einem energetisch guten Niveau. Die Effekte sind enorm: Jährlich werden über 50 Mio. kWh Energie eingespart – das entspricht 11.000 Tonnen CO2. Wir haben also schon viel erreicht. Vor uns liegt allerdings noch ein langer Weg. Fest steht, dass die Wohnungswirtschaft Unterstützung durch den Bund benötigt. Denn Klimaschutz darf kein Luxusgut sein. Dass wir als GWW das Thema ›Nachhaltigkeit‹ ernst nehmen, zeigt sich in vielen Bereichen. Wir sind beispielsweise seit 2015 durch Ökoprofit zertifiziert, haben in unserem Fuhrpark Elektromobilität eingeführt, das Jobticket eingeführt und eröffnen auch unseren Mietern eine breite Palette an Mobilitätsalternativen zum Auto – wie zum Beispiel Carsharing, Leihfahrräder oder E-Lastenfahrräder.

Die GWW beschäftigt fast 200 Mitarbeitende, die sich sozial, im Ehrenamt und bürgerschaftlich engagieren. Sie alle leisten einen messbaren Beitrag für das Zusammenleben in der Stadt. Wie wichtig ist Ihnen das?

Engagement ist ein fester Bestandteil unserer ›Unternehmens- DNA‹. Es ist wichtig, dass sich Menschen in ihrem Wohnumfeld wohlfühlen. Dazu begleiten, fördern und initiieren wir eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte – wie zum Beispiel aktuell unsere Urban-Gardening-Initiative in einem Wohnquartier in Biebrich.

Was kann Wiesbaden in Bezug auf neue Wohnformen von anderen Städten lernen – und umgekehrt?

In Wiesbaden gibt es bereits einige Wohninitiativen. Andere Städte sind da allerdings weiter. Mit der Konzeptvergabe wird jetzt der Weg geebnet, in neuen Quartieren auch neue Wohnformen zu integrieren.

Sie haben bei der GWW das Team ›Netzwerk neues Wohnen‹. Worum geht es da?

Lebensstile und -entwürfe verändern sich und damit auch Wohnwünsche und -bedürfnisse. Und das spiegelt sich in entsprechenden Wohnkonzepten wider. Im 21. Jahrhundert hat sich ›Shareness‹ zum Megatrend entwickelt. Auch beim Wohnen. Menschen, die in Wohngruppen, gemeinschaftlich, als Wohninitiative oder Verein zusammenleben wollen, möchten wir die passenden Angebote unterbreiten.

Wohnraum durch Nachverdichtung, ist das eine Lösung?

Wir haben frühzeitig die Ergänzungs- bzw. Restrukturierungspotenziale auf unseren Grundstücken ausgelotet und setzen diese um. Das reicht jedoch nicht, um den Nachfragedruck zu entschärfen. Was Wiesbaden dringend braucht, sind neue große Bauflächen.

Welche Wohnungen werden am meisten gesucht? Und: Was können diese in Zukunft bieten?

Menschen passen ihre Wohnsituation an ihre jeweilige Lebenssituation an. Wir werden also immer Wohnungen in unterschiedlichen Größen brauchen. Relativ neu ist die Nachfrage nach anderen Wohnformen – Wohngruppen, Cluster-Wohnungen, aber auch Wohnungen, die für Homeoffice geeignet sind.

Die Coronakrise hat viele Dinge in unserer Gesellschaft verändert. Wir haben gelernt, dass soziale Teilhabe für ein sinnerfülltes Leben wichtig ist. Beeinflusst die Krise mit all den Problemen von Nähe und Distanz auch die Konzeption von zukünftigen Projekten?

Eine Krise ist auch immer eine Chance. Vieles von dem, was momentan diskutiert wird – das Miteinander, ökologische und städtebauliche Qualitäten, Partizipation, Wohngruppen und mobiles Arbeiten –, ist nicht neu und wurde zum Teil auch schon bei Planungen bedacht. Wichtig ist, die langfristig relevanten Entwicklungen im Auge zu behalten.

Herr Keller, vielen Dank für das Gespräch!


Mehr erfahren zum Beitrag der GWW zum Klimaschutz:

 

 

 

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