›Let Them Speak‹

Das ›Weltkulturen Museum‹ hat Kommentare aus British Columbia, Kanada zusammengetragen und präsentiert die vier künstlerischen Positionen vom 7. bis 21. Oktober 2020 in der Ausstellung ›Let Them Speak‹

Tom Hunt, Kwakwaka'wakw, Komokva-Maske aus Zedernholz, 1997, British Columbia, Kanada, Ankauf vom Künstler im Anschluss an die Ausstellung "Raubwal und Sonnenfinder", Sammlung Weltkulturen Museum.
Foto: Wolfgang Günzel 2020

 

Das Gastland der eigentlich im Oktober stattfindenden Buchmesse sollte in diesem Jahr Kanada sein. Daran anknüpfend lud das ›Weltkulturen Museum‹ drei First-Nations-Künstler*innen nach Frankfurt ein, um mit ihren eigenen Werken die historische Museumssammlung aus Kanada zu kommentieren.

Immer wieder lädt das Museum zeitgenössische Künstler*innen ein, die sich über ihre jeweilign künstlerische Praxis gerade mit solch heiklen Sammlungsgegenständen auseinandersetzen sollen, die als Fundus der ›Völkerkundemuseen‹teils aus kolonialen Raubzügen stammten. An dieser Auseinandersetzung mit historisch und kulturell aufgeladenen Exponaten beeindruckt uns der Mut, mit dem das Weltkulturen Museum die eigene Sammlung künstlerisch hinterfragen lässt.

Weltkulturen Museum
Weltkulturen Museum
Weltkulturen Museum
Weltkulturen Museum

Abb. 1: Christie Lee Charles, Filmstill, Weltkulturen Museum
Abb. 2: Chilkatdecke aus Schafwolle und Zedernbast, Tlingit, British Columbia, Kanada, gesammelt ca. 1963 durch Robert, L. Stolper, Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 2020
Abb.3: Schüssel in Form einer Robbe, Zedernholz, Bella Coola, British Columbia, Kanada, gesammelt ca. 1906,
Sammlung Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel 2020

Abb. 4: Tom Hunt, Filmstill, Weltkulturen Museum

 

Aus den geplanten persönlichen Besuchen von Weberin Meghann O’Brien (Haida/Kwakwaka'wakw), Schnitzer Tom Hunt (Kwakwaka'wakw) und Hip-Hopperin Christie Lee Charles (Musqueam) wurde in diesem Jahr aufgrund von Corona zwar leider nichts. Die Ausstellung findet dennoch statt! Das Konzept wurde kurzerhand geändert und für die aktuelle Situation durchführbar gemacht.

Nun erwartet die Besucher*innen ein Filmprojekt der Filmemacherin Diana Hellson aus der ›Siksika Nation‹, die gemeinsam mit ihrer Crew die drei besuchte. Im Film kommentieren die Fernbleibenden einzelne Sammlungsobjekte, die parallel in der Ausstellung in Frankfurt zu besichtigen sind. So gelingt es dem Weltkulturen Museum auch in diesem schwierigen Jahr aufs Neue, zeitgenössische und indigene Perspektiven auf die historische Sammlung zu werfen!

Solch eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Ausstellungspraxis gelingt gewiss nicht überall, aber das Weltkulturen Museum ist eindeutig ein Vorreiter!

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Weltkulturen Museum

Schaumainkai 37,
60594 Frankfurt am Main

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