la forza delle donne

In diesem Jahr legt das 33. exground filmfest den Länderfokus auf Italien und konzentriert sich zudem auf starke Frauen. Eine durchdachte Kombination, die verspricht, temperamentvoll zu werden. On Demand vom 13. bis 22. November 2020! Und fürs Kinoerlebnis verschoben auf den 11. bis 20 Dezember!  

Foto:Michele Pennettas ›il mio corpo‹

In unseren Kinosesseln oder auch auf der Couch vorm heimischen Fernseher richten sich unserer gespannten Blicke gen Italien. Für die bereits 33. Ausgabe kooperiert das exground filmfest in diesem Jahr mit den regionalen Festivals ›Terza Visione‹ und ›Verso Sud‹ sowie der ›Kinothek Asta Nielsen‹ in Frankfurt. Neben Filmklassikern wie ›Camorra‹ von der süditalienischen Filmemacherin Lina Wertmüller oder ›Ein achtbarer Mann‹ von Michele Lupo mit Kirk Douglas in der Hauptrolle (Italien/Deutschland 1972) werden vor allem Filme gezeigt, die sich mit dem Thema Arbeit auseinandersetzen.

So porträtiert Virgina Nardelli in ›There is a wolf in the park of the king‹ (2019) das alltägliche und -nächtliche Treiben im Favorita-Park am Stadtrand von Palermo, wo unter anderem Sexarbeiterinnen beim Warten auf Kundschaft Anekdoten teilen. Die Arbeit der Trans-Prostituierten Bianca setzte Luca Ferri als humorvolles Kammerspiel in ›The house of love‹ (2020) um. Ein arbeitendes Kind und ein Geflüchteter stehen im Mittelpunkt von Michele Pennettas intimer Studie ›il mio corpo‹ (Schweiz/Italien 2020). Im Dokumentarfilm ›The young observant‹ von Davide Maldi fällt es den jungen Auszubildenden eines Hotels schwer, immer die strenge Etikette und Akkuratesse einzuhalten.

Auch der Eröffnungsfilm stammt, wie üblich aus dem Schwerpunktland. ›Bad tales [favolacce]‹ von den Brüder Fabio und Damiano D’Innocenzo wurde in diesem Jahr mit einem ›silbernen Bären‹ auf der Berlinale ausgezeichnet. In abendfüllender Länge scheint der Film der perfekte Auftakt für das 10 Tage lange Festival zu werden.

Abb. 1: Virgina Nardelli ›There is a wolf in the park of the king‹
Abb. 2: Fabio und Damiano D’Innocenzo ›Bad tales [favolacce]‹
Abb. 3: Luca Ferri ›The house of love‹

Abb. 1: Virgina Nardelli ›There is a wolf in the park of the king‹
Abb. 2: Fabio und Damiano D’Innocenzo ›Bad tales [favolacce]‹ 
Abb. 3: Luca Ferri ›The house of love‹

 

Und nun zurück zu den starken Frauen: Zum Beispiel sind in der französisch-kanadischen Westernhommage ›Savage state‹ (2019) von David Perrault Frauen einmal nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern haben den Colt fest in der Hand. Und auch die schräge Einzelgängerin Patty (Emily Skeggs) macht sich in Adam Carter Rehmeiers ›Dinner in America‹ (USA 2020) nichts aus vermeintlichen Schönheitsidealen.

Auch an den zum 17. Mal stattfindenden ›exground youthdays‹ sind sieben von insgesamt 13 Filmen von Regisseurinnen. Eröffnet werden die exground youth days mit ›Lovecuts‹ (Österreich/Schweiz 2020) von Iliana Estañol und Johanna Lietha. In Momentaufnahmen folgt der Film sechs jungen Digital Natives in Wien auf der Suche nach einem Platz im echten Leben. In Clara Zoë My-Linh von Arnims Spielfilm ›In den Binsen‹ (Deutschland 2019) hat die Hauptperson Christoph ihren Platz im Leben gefunden, diesen jedoch noch nicht mit seiner Familie geteilt. Eine Coming-out-Story, die anders verläuft als geplant.

Abb. 1: David Perrault ›Savage state‹
Abb. 2:Iliana Estañol und Johanna Lietha ›Lovecuts‹
Abb. 3: Clara Zoë My-Linh von Arnims ›In den Binsen‹

Abb. 1: David Perrault ›Savage state‹
Abb. 2: Iliana Estañol und Johanna Lietha ›Lovecuts‹
Abb. 3: Clara Zoë My-Linh von Arnims ›In den Binsen‹

Immer weiter könnten wir das spannende Filmprogramm mit insgesamt 121 Filme aus 45 Ländern aufzählen, noch besser ist es aber, sich selbst davon zu überzeugen. Aufgrund der anhaltend schwierigen Lage ist es in diesem Jahr möglich, neben Kinobesuchen auch dank eines On-Demand-Screenings beinahe alle der unabhängig produzierte Lang- und Kurzfilme von zu Hause aus zu sehen. 

 »Wir sind sehr froh darüber, die vielen Herausforderungen bisher gemeistert und ein qualitativ hochwertiges Festivalprogramm in fast gewohntem Umfang auf die Beine gestellt zu haben«, erklärte Andrea Wink vom Festivalteam auf der heutigen Pressekonferenz. »Wir hoffen darauf, dass die Besucher und Besucherinnen in die Wiesbadener Spielstätten kommen und können nur dazu ermuntern, auch das On-Demand-Angebot wahrzunehmen.« Wir drücken den Veranstaltern die Daumen, dass die 33. Auflage des exground filmfests in dieser hybriden Form an die Erfolge der Vergangenheit anknüpfen kann!

Spielorte Wiesbaden

Caligari FilmBühne, Marktplatz 9, 65183 Wiesbaden
Murnau-Filmtheater, Murnaustraße 6, 65189 Wiesbaden
Krypta der Marktkirche, Marktplatz 9, 65189 Wiesbaden
Theater im Pariser Hof, Spiegelgasse 9, 65183 Wiesbaden
Nassauischer Kunstverein Wiesbaden, Wilhelmstraße 15, 65185 Wiesbaden

 Zum ersten Mal werden Eröffnung und Preisverleihung live übertragen sowie Panels und Filmgespräche für den YouTube-Kanal von exground filmfest aufgezeichnet.

 

VivArt Service Logo

exground filmfest 33

Ernst-Göbel-Str. 27,
65207 Wiesbaden

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