„Es gibt eine zunehmende Sehnsucht nach Gemeinschaft“

Interview mit Thomas Keller, GWW

Interview mit Thomas Keller
Thomas Keller, GWW

VivArt Lebenszeit widmet sich in #2 ausführlich dem Thema Wohnen, unter anderem stellt der Beitrag „Wohnformen im Wandel“ verschiedene Projekte vor.

Die Wiesbadener Wohnbaugesellschaft (GWW) entwickelt und baut Wohnraum - darunter auch Projekte, mit denen sich wandelnde Bedürfnisse des Zusammenlebens verwirklichen lassen. Darüber spricht Chefredakteurin Miriam Becker mit dem Architekten und Geschäftsführer der GWW, Thomas Keller, im Interview.


Herr Keller, in unserem Bericht VivArt Lebenszeit #2 zu Wohnprojekten stellen wir das Mietprojekt „Horizonte“ vor. Ist das in Ihren Augen ein zukunftsfähiges Modell?

Ja, selbstverständlich. Unsere Gesellschaft differenziert sich immer stärker aus und damit auch die Vorstellungen, wie Menschen wohnen wollen – und zwar quer über alle Altersklassen.

In unserem vorherigen Interview haben Sie erzählt, dass neben der Nachfrage nach klassischen Einheiten für Familien, Paare oder Einzelpersonen das Interesse an solchen alternativen Wohnformen wächst. Welche Bedürfnisse wollen Sie damit bedienen?

Es gibt eine zunehmende Sehnsucht nach „Gemeinschaft“. Wohngruppen und Wohninitiativen bedienen dieses Bedürfnis. Sie basieren auf sozialem Engagement, darauf, dass sich Menschen in eine Gemeinschaft einbringen. Diese Gruppen „strahlen“ dann in ein ganzes Quartier aus, stiften Identität und führen dazu, dass sich die Bewohner mit „ihrem“ Wohngebiet identifizieren.

 

»Diese Gruppen „strahlen“ in ein ganzes Quartier aus, stiften Identität und führen dazu, dass sich die Bewohner mit „ihrem“ Wohngebiet identifizieren.«

Was kann Wiesbaden hier von anderen Städten lernen und umgekehrt?

In Wiesbaden gibt es bereits einige Wohninitiativen. Andere Städte sind in diesem Punkt allerdings weiter. In dem die Stadt, das Stadtplanungsamt und das Amt für soziale Arbeit mit der Konzeptvergabe für Grundstücke eine Basis dafür geschaffen haben, wie zukünftig Wohngruppen und Wohnprojekte gefördert werden, wird der Weg für neue Wohnform geebnet.

Wie sollen solche Projekte zukünftig entstehen, damit sich die Entwicklungszeit im Rahmen hält?

Bei solchen Projekten muss man grundsätzlich mehr Zeit einplanen. Menschen müssen sich finden, ihre Ziele definieren und Lösungen entwickeln. Dafür gibt es in Wiesbaden unter anderem den „Runden Tisch“ und das „BürgerKolleg“, als ehrenamtliche Beratungsstelle.

 
Welche Rolle wird die GWW dabei spielen?

Wir verstehen uns als Motor dieser Entwicklung. Deshalb haben wir auch das Team „Netzwerk neues Wohnen“ gebildet. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind darauf spezialisiert, solche Projekte zu fördern. Wir sind also bereit, mit Initiativen deren Ideen umzusetzen, können so unser klassisches Portfolio ergänzen und in unseren Quartiere vielfältige Wohnungsangebote schaffen.

 

Weitere Informationen:

Wer sich zunächst zum Thema »Gemeinschaftliches Wohnen« informieren möchte, findet unter www.gemeinschaftlich-wohnen-wiesbaden.de unter anderem eine Übersicht verschiedener Projektbeispiele, Fördermöglichkeiten, Ansprechpartner und Terminhinweise. 

Projektgruppen, die sich für »Gemeinschaftliches Wohnen« interessieren und Fragen zur Vergabe der Mietwohnungen und der Vertragsgestaltung haben oder noch Beratung bei der Findung von Mitstreitern benötigen, können sich an eine der folgenden Anlaufstellen wenden:

Netzwerk neues Wohnen Wiesbaden (GWW)
E-Mail: nnww@gww-wiesbaden.de
Koordinierungsstelle für Wohninitiativen und
Baugemeinschaften (SEG)
E-Mail: wohninitiativen@seg-wiesbaden.de
Arbeitsgemeinschaft »Kastel Housing«
(Gruppenfindung speziell für das Projekt)
E-Mail: wohnen-wiesbaden@email.de

 

Jeden 1. Mittwoch im Monat um 18.30 Uhr findet ein Aktiver Runder Tisch statt, zur Zeit per Videokonferenz. Wer dazu kommen möchte, muss sich vorab bei der Koordinierungsstelle (heidi.diemer@seg-wiesbaden.de) per Mail melden, damit er teilnehmen kann!

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