Auf Jawlenskys Spuren

Auf zu historischen Orten und bedeutenden Stationen im Leben des russischen Malers, den die Wiesbadener*innen nach dem Krieg zu ihrem wichtigsten Künstler machten! VivArt schließt sich dem Appell des Museums Wiesbaden an und begibt sich gern auf den Jawlensky-Pfad durch die Landeshauptstadt.

Foto: Privatarchiv Kirchhoff ⁄ Nachlass Mieze Binsack (Alexej von Jawlensky inmitten seiner Freunde, Parkanlage Warmer Damm, Wiesbaden 1924)


Mit dem Start der Ausstellung ›Alles! 100 Jahre Jawlensky in Wiesbaden‹ möchte das Museum Wiesbaden Geschichten rund um den Künstler auch in die Stadt hinaustragen. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern werden an vielen Standorten, die bedeutend für Alexej von Jawlensky waren, Stationstexte angebracht, an manch einer Station die eine oder andere Anekdote erzählt und damit das ganze Œuvre Jawlenskys ›an die frische Luft‹ gebracht.

»Im Jahre 1921 reiste ich von Ascona nach Wiesbaden und kam dort am 1. Juni an. Dort war meine Ausstellung, die vorher in Frankfurt gewesen war. Es war eine große Ausstellung von meinen letzten Arbeiten und von meinen starken Vorkriegsköpfen.« Vor hundert Jahren, im Juni 1921, traf Alexej von Jawlensky (1864–1941) sehr spontan die Entscheidung, sich in Wiesbaden niederzulassen. In Wiesbaden gab es potenzielle, der Avantgarde aufgeschlossene Sammlerinnen und Sammler, einen soeben erst eröffneten attraktiven Museumsneubau und eine alteingesessene russisch-orthodoxe Gemeinde. Dies führte dazu, dass der bis dahin in der Schweiz lebende Künstler mit seiner Frau Helene und ihrem gemeinsamen Sohn Andreas in der mondänen ›Weltkurstadt‹ im Nu heimisch wurde. »In Wiesbaden hatte ich damals großen Erfolg. Ich begegnete dort sehr netten Menschen, und das bestimmte mich, meinen Wohnsitz in Wiesbaden zu nehmen. Ein Jahr später kam meine Familie auch hierher«, heißt es in Jawlensky Lebenserinnerungen um 1937.

Einfach alles, was in den Jahren bis zu seinem Tod geschah, machte das Museum Wiesbaden zum Thema der Jubiläumsausstellung. Es gab viele Erfolge: Jawlensky wurde neben Kandinsky, Klee und Feininger Teil der Künstlergruppe ›Die Blaue Vier‹ und bereits in den USA populär. Ende der 1920er-Jahre erkrankte er jedoch an Arthrose und die Nationalsozialisten stempelten ihn als ›entartet‹ ab, auch das Museum Wiesbaden musste seine Werke abgeben. Nach dem Krieg wurde Jawlensky einer der identitätsstiftenden ›Söhne der Stadt‹ und sein Leben erforscht. Das Museum Wiesbaden, das heute die bedeutendste Sammlung des Künstlers mit Hauptwerken aus allen Schaffensphasen (also München, Schweiz und Wiesbaden) bewahrt, beginnt bald nach dem Zweiten Weltkrieg, seiene Arbeiten zu erwerben. Die heute große Anzahl von 111 Werken im Bestand des Museums wird in diesem Jahr nicht nur erstmals komplett präsentiert, sondern auch den Künstlerinnen und Künstlern gegenübergestellt, mit denen Alexej von Jawlensky sich künstlerisch auseinandergesetzt hat. VivArt lädt alle zum Deja-vu und Jamais-vu von ›Alles! 100 Jahre Jawlensky in Wiesbaden‹ ein!

Fotos: Bernd Fickert, Museum Wiesbaden
Alexej von Jawlensky, Heilandsgesicht – Erwartung, 1917
Alexej von Jawlensky, Dame mit F.cher, 1909, Museum Wiesbaden
Alexej von Jawlensky, Selbstbildnis,1912
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Museum Wiesbaden

Friedrich-Ebert-Allee 2,
65185 Wiesbaden
Alles! 100 Jahre Jawlensky in Wiesbaden 17. September 2021–27. März 2022

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