ARCHITEKTENKAMMER RHEINLAND-PFALZ FEIERT 70-JÄHRIGES BESTEHEN

Am 9. Dezember 1950 war es so weit: Die Architektenkammer Rheinland- Pfalz wurde als berufsständische Selbstverwaltung gegründet, mit damals gerade mal 666 Mitgliedern. Heute sind es rund 5.700 Mitglieder. Berufszulassung, Einhaltung der Berufsordnung, Fortbildung, Information und Interessenvertretung zählen zu ihren Kernaufgaben. 

Gerold Reker ist freier Architekt in Kaiserslautern und seit 2012 Präsident der Architektenkammer Rheinland-Pfalz

Präsident Gerold Reker charakterisiert die Zielsetzung so: »Es gehört zu unseren Aufgaben, Zukunftsthemen aufzugreifen, die öffentliche Diskussion voranzubringen und zu allen wichtigen Fragen des Planens, Bauens und Wohnens Stellung zu beziehen.« 

Seit 70 Jahren setzt sich die Kammer konsequent für eine qualifizierte Berufszulassung und hohe berufsethische Standards ein. Besonders wichtig ist das Thema Fort- und Weiterbildung: »Die Anforderungen wachsen. Nicht nur die Digitalisierung, sondern der gesamte technische Apparat, der im Bauwesen planerisch zu bearbeiten ist, wächst unaufhörlich. Nachverdichtung, Brandschutz, optimierte Materialität – um nur einige zu nennen«, unterstreicht Reker. Deshalb verpflichtet die Berufsordnung alle Kammermitglieder zur Fortbildung. 

Das Potenzial der Architektenschaft spiegeln die zahlreichen Veranstaltungen: vom ›Tag der Architektur‹ über die ›Woche der Baukultur‹, die sogenannten ›Ortsgespräche‹ und die ›Hambacher Architekturgespräche‹ bis zu Fachtagungen oder Preisen. »Baukultur muss als Thema in der Öffentlichkeit und im gesellschaftlichen Bewusstsein stärker wahrgenommen werden. Denn Architektur, die gebaute Umwelt in der Stadt und auf dem Land, beeinflusst unser Leben jeden Tag«, so der Kammerpräsident. Auch deshalb ist das Zentrum Baukultur im Brückenturm in Mainz ein wichtiger Veranstaltungsort. Hier finden Wechselausstellungen, Lesungen oder Vorträge statt. Die Galerie wird von der Architektenkammer, der Stiftung Baukultur Rheinland-Pfalz, dem Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz und der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) getragen. 

Normalerweise öffnen Architektinnen und Architekten mit deren Bauherren am letzten Juniwochenende die Türen ihrer jüngst fertiggestellten Häuser für Bauinteressierte; ein idealer Vor-Ort- Termin, um sich über den Bauprozess individuell und privat zu informieren. ›Ressource Architektur‹ lautet das diesjährige Motto und konzentriert sich damit ganz im Trend auf den Gebäudebestand und auf nachhaltiges Bauen. 

»Der ›Tag der Architektur‹ feiert 2020 bereits 25. Geburtstag!«

Lieblingsobjekt der Fachjury im Hinblick auf das Motto ist der ›Hof Wendenius‹ in Hainau (Rhein-Lahn-Kreis). Der denkmalgeschützte Dreiseithof wurde von Architekt Marc Flick sensibel saniert und umgebaut. Die Bauherren ließen sich ein modernes Feriendomizil erschaffen; die Baukosten sollen sich durch die Vermietung der Event-Scheune und des Schlafhauses für private Feiern wie Hochzeiten refinanzieren. Im besten Sinne zeigt sich der Gedanke der Nachhaltigkeit in den baulichen Interventionen auf dem Biolandhof Schürdt (Landkreis Altenkirchen). Hier zeigen Architekt Jakob Giese und Bruder Max Giese aus Gehlert, dass uns auch landwirtschaftliche Betriebe mit Tierhaltung baukulturell beeindrucken können. Um den Biolandhof fit für die Zukunft zu machen, wurde auch ein neuer Außenklimastall für die Schweinehaltung gebaut und der Hofladen erweitert und umgebaut. Ökologische und baubiologische Materialien waren dabei selbstverständlich. 

VivArt gratuliert den Initiatoren und Förderern zu 25 Jahren Kontinuität dieses tollen Veranstaltungskonzepts. 

 

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