Urwüchsig

Der Name Markus Schneider steht heute für das ›neue Weindeutschland‹ 
und wie kaum ein Zweiter verbindet Schneider Urwüchsigkeit mit Luxus. 
Doch was als Pfälzer Erfolgsgeschichte mit einer vermeintlich langen Tradition daherkommt, ist in Wirklichkeit ein Erfolg von null auf 100, oder besser: von einem auf 92 Hektar seit 1994. Es ist aber auch die Geschichte von harter Arbeit, Vision und Ehrgeiz. Schön, dass man den Erfolg auch schmecken kann.

Der Pfälzer Winzer Markus Schneider

Wer Markus Schneider kennt, weiß, dass er aus einer pfälzischen Familie in Ellerstadt stammt, die bereits seit Jahrhunderten Landwirtschaft betrieb. Doch statt die Gourmetrestaurants der Welt zu beliefern, produzierte man Obst und Trauben in dem kleinen Betrieb, den der 18-Jährige zum Weingut wandelte, indem er ein Schild auf die Straße stellte: ›Weingut Markus Schneider ab sofort geöffnet.‹ Unkonventionell war Schneider schon immer, dass es seine Weine ebenfalls werden sollten, war ihm auch schon damals klar. Von den Eltern erhielt er einen Hektar Weinberg und ein Startkapital von 30.000 DM. Dass er daraus gleich acht verschiedene Weine kelterte, war eher ungewöhnlich, aber auch enorm zielstrebig, wenn es darum ging, herauszufinden, was geht.

»Schneider kann das, wovon viele träumen: Trinkweine auf allerhöchstem Niveau«

Dirk Würtz

Im Gepäck hatte er zu dem Zeitpunkt seine Erfahrungen aus der Ausbildung beim Weingut Dr. Bürklin-Wolf, das Landwirtschafts-Gen seiner Familie – und seine Vision. Die war zugegebenermaßen noch etwas unscharf, doch schon damals von dem unbedingten Willen getrieben, hervorragenden Wein zu machen und Ellerstadt auf die Weinkarten deutscher und internationaler Spitzenrestaurants zu setzen. Dass ihm dies in den vergangenen 20 Jahren gelang, zeigt ein Blick auf die Referenzliste des Weingutes. Schneider-Weine aus der Pfalz führen heute internationale Top-Restaurants und Hotels wie die Sansibar auf Sylt, das Hotel Adlon, das Restaurant Tim Raue und das SOHO House in Berlin, The Okura in Bangkok, das Six Senses Resort auf Koh Samui, das Waldorf Astoria in Shanghai, das Hakkasan in London u.v.m. Darüber hinaus werden sie in der Emirates Business Class, auf der MS Europa und der MS Europa 2 ausgeschenkt. Doch Schneider ist darum kein Hipster, der vergessen hat, wo er herkommt, sondern blieb der bodenständiger Winzer aus Ellerstadt und so will er sich auch verstanden wissen. So hat Schneider nicht nur die Region bereichert, sondern gleich ganz Deutschland bei den Rotweinliebhabern in der Welt nach vorne gebracht. Noch im ›Playboy‹ hieß es begeistert: »Deutsche Rotweine hatten im europäischen Vergleich nicht das beste Image. Dass sich das ändert, liegt auch an Jungwinzern wie Markus Schneider aus der Pfalz. Sein ›Black Print‹ ist ein Geschmackshammer!« Oder Dirk Würtz, einer, der weiß, wovon er spricht, über den 2015 Sauvignon blanc ›Kaitui Fumé‹ und dessen grenzenlose Facetten: »Schneider kann das, wovon viele träumen: Trinkweine auf allerhöchstem Niveau. Dieser hat den für einen Fumé klassischen leichten Holzton. Dazu kommen feinste Wiesenkräuter und eine schier atemberaubende Frische. Der Wein animiert vom ersten Moment an und macht einfach nur Spaß. Großartiger Trinkfluss!« Und im ›GQ‹ heißt es über den 2013er ›Tohuwabohu‹: »Der elegante Rotwein ist spannend wie ›House of Cards‹, verwöhnt mit Aromen von Brombeeren, Johannisbeeren, schwarzen Oliven, Tee und Kirschen. Ein Durcheinander, so unkompliziert auf Linie gebracht, dass man durchgängig applaudieren möchte – hätte man eine Hand frei. Nachschenken geht schließlich vor. Ein Wein, nach dem Männer-Freundschaften geschlossen werden.«

Der Pfälzer Winzer Markus Schneider
Der Pfälzer Winzer Markus Schneider

Kein Wunder, dass Schneider viele Freunde hat, doch zu Kopf ist ihm das nicht gestiegen. Seit 2015 sind es nun 800.000 Flaschen, die im Jahr produziert werden und schon wenige Monate nach ihrer Premiere restlos verteilt sind. Zu den Rebsorten zählen sowohl heimische, autochthone Rebsorten, wie Riesling, Grau- und Weißburgunder als auch zugereiste aus der alten und neuen Welt, wie Syrah, Viognier und Blaufränkisch. Trotz der Größe von 92 Hektar wird jede Parzelle des Weingutes unabhängig von der Größe der gesamten Rebfläche und dem oft anfallenden Berg von Arbeiten als Einzelnes gesehen. Von Massenbetrieb und Oberflächlichkeit keine Spur! Besonderen Wert legt Markus Schneider dazu auf biologische Arbeitsweise, die Bewirtschaftung ohne Herbizide, Insektizide und Kunstdünger, dafür aber mit einer sorgfältigen Unterstockbearbeitung, rein organischem Dünger und Einsaaten verschiedener Gräser und Kräuter für die Kraftzufuhr des Weinberges. Urwüchsig!

Vielleicht schon echter Luxus: Einige der besten Rotwein-Partien gehen nach der finalen Füllung, in den neuen Flaschenreife-keller des Gutes. Dort lagern sie tief unter der Erde und werden erst nach einer Gesamtlagerdauer von 8 Jahren freigegeben.

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Weingut Markus Schneider

Am Hohen Weg 1,
67158 Ellerstadt
, 06237 7288
  • Mo - Fr 9–17.30
  • Sa 10–16

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