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 VivArt traf Max Stillger zum Gespräch.

Max Stillger
Max Stillger

Herr Stillger, Sie sitzen in Limburgs ICE-Gebiet in einem eigenen Tower, haben mehrere Firmen am Start, die zum Teil recht unterschiedlich sind? Wie sind Sie zu all dem gekommen? 

Begonnen hat das alles 1985 in meinem alten Jugendzimmer im Haus meiner Eltern – ich habe damals BWL studiert, hatte aber keine Studentenbude, sondern bin jeden Tag mit einer Fahrgemeinschaft mit mehreren Westerwälder Jungs zusammen nach Gießen gefahren. Die Erlebnisse füllen alleine ein Buch. Auf diesem Weg habe ich dann Armin Stahl kennen gelernt und wir haben dann gemeinsam erste Erfahrungen an der Börse gesammelt. Das ging dann irgendwann so weit, dass wir die Vorlesungen haben ausfallen lassen und uns stattdessen morgens auf der Kreissparkasse in Limburg getroffen haben. Da gab es Mitte der 80er Jahre so eine richtige Aktien-Community u.a. mit Hartmut Götzen und dem leider viel zu früh verstorbenen Kanapée-Wirt Lothar Grohmann. Irgendwann hat sich das dann in unserem Bekanntenkreis rum gesprochen, dass wir recht erfolgreich an der Börse agieren und es kamen erste Anfragen von Bekannten kleinere Beträge zu verwalten. Da habe ich mir dann zuhause  in Niederbrechen ein kleines Büro eingerichtet (noch mit Schreibmaschine). Im Zeitraffer ging es dann über Büros in der Weiersteinstrasse (1988-1991), Am Kissel (1991-2007) in unser heutiges Domizil „Max-Value-Tower“ im ICE-Gebiet.

Im Laufe der Zeit kamen neben Aktien, dann auch alternative Anlageformen wie Immobilien, Solaranlagen, Windräder und auch Schiffe dazu. Alles immer unter dem Motto: „Bei allen Anlagen, die wir unseren Kunden empfehlen, ist auch unser eigenes Geld mit dabei“ und „Wir vermitteln nichts für Dritte – wir konzipieren unsere Produkte selber.“ So kommen wir heute über alle Anlageklassen gebündelt auf ein verwaltetes Vermögen von ca. 750 Millionen Euro.

 

Sie besitzen fast ein Dutzend Firmen oder sind an diesen Beteiligt? Wie schaffen Sie es einen Überblick zu behalten und wo ist der rote Faden bei Ihren Investitionen?

Ein Dutzend ist leicht untertrieben. Insbesondere bei den Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien gibt es ja oft für einzelne Windräder und Solaranlagen, wie auch bei Immobilien, jeweils einzelne Projektgesellschaften. Alleine in den Bereichen „Wind & Solar“  betreuen wir aktuell 39 Firmen, an denen wir auch jeweils beteiligt sind. Im Immobilienbereich sind es insgesamt 24 diverse Firmen. Wir sind aber immer überschaubar gewachsen und haben ein gutes Netzwerk an Partnern, auf das wir bei der Verwaltung zurückgreifen können. Viele Abläufe sind standardisiert. Ich bin schon immer ein großer Excel-Fan gewesen. Alle Welt redet heute von Digitalisierung. Ich habe dieses Prinzip wohl schon unbewusst mein Leben lang in vielen Bereichen angewendet. Mit der Schreibmaschine (wie 1985) wäre das definitiv nicht alles zu bewältigen.

Mein Ansatz für ein Investment ist ganz einfach: Wenn ich überzeugt bin, dass am Ende mehr dabei heraus kommt, als man eingesetzt hat (inclusive eines Opportunitätszinses), dann mache ich das – caritativ bin ich in anderen Bereichen unterwegs. Wobei es bei dem „mehr heraus kommen2 bei manchen Geschäften schon ein paar Jahre dauert. Da braucht man auch manchmal gute Nerven und einen langen Atem.

Der rote Faden bei unseren Aktivitäten lautet: „Investiere in Dinge, die Du verstehst“ und „versuche zukünftige Wachstumsmärkte zu identifizieren“. Das ist uns insbesondere bei erneuerbaren Energien, aber auch bei Senioren-Immobilien in der Vergangenheit gut gelungen. Und eins ist auch klar: Nicht jedes Geschäft „fliegt“ – es gab auch immer wieder Fehlinvestitionen (z.B. mit einer eigenen Zeitung) – wichtig ist es aber in solchen Fällen auch irgendwann die Reißleine zu ziehen und den Schaden zu begrenzen.

 

 

»Der rote Faden bei unseren Aktivitäten lautet: ›Investiere in Dinge, die Du verstehst‹.«

Max Stillger

Max Stillger

Sie beraten Kunden in Geldangelegenheiten und legen selbst sehr erfolgreich Fonds auf? Was ist bei Ihnen besser als bei anderen?

„Besser“ ist mir zu marktschreierisch – ich würde lieber formulieren „was ist bei uns anders ?“. Wir sind Produzent und Vertrieb in Personalunion, das führt in erster Linie dazu, dass unser Kunde ein Produkt, sei es ein Aktienfonds oder aber auch eine Seniorenimmobilie kostengünstiger als bei den meisten Mitwettbewerbern kauft.

Bei unseren Wertpapierfonds räumen wir unseren Kunden in der Regel einen Rabatt zwischen 80 und 100% auf das sogenannte Agio ein. Dann startet ein Anleger schon einmal mit 4% Vorsprung gegenüber einem Anleger, der zu den regulären Konditionen bei der Konkurrenz kauft.

Natürlich hat die Konkurrenz auch gute Produkte und gerade im Wertpapierbereich ist es oft so, dass mal der eine Bereich gut läuft, mal der andere. Wir sind aktuell z.B. in den Jahren 2017 und 2018 mit dem „MB Fund S Plus“ zweimal in Folge bester deutscher Aktienfonds gewesen. In den Jahren zuvor hat der Fonds aber die Nerven der Anleger doch ab und zu arg strapaziert. Aber den Einstiegsvorteil von 4-5% kann uns – unabhängig von der weiteren Wertentwicklung - niemand nehmen.

Ein anderes Beispiel ist unsere Immobilienentwicklungsfirma „ABID“ die seniorengerechte Wohnungen baut und vermarktet. Da wir eigene Architekten, Bauleiter und Planer, sowie auch einen hauseigenen Vertrieb haben, sind wir in der Lage bei gleicher Qualität unsere Produkte – ich sage mal grob - 5-8% günstiger anzubieten, als Wettbewerber, die in diesem Fall auf externe Dienstleister zurück greifen müssen

 

Nicht nur die Vielzahl der Geschäfte, denen Sie nachgehen, sondern auch Ihr ehrenamtliches Engagement zeigt, dass Sie ein großer Netzwerker sind. Was reizt Sie daran Menschen zu verbinden?

Ich sehe mich weniger als „Netzwerker“, das klingt mir zu geschäftsmäßig. „Zu meinem 50. Geburtstag hat NNP-Redaktionschef Joachim Heidersdorf geschrieben: „Max Stillger gilt als gesellig und großzügig – ideale Voraussetzungen für eine gelungene Party.“ Damit hat er es, glaube ich, sehr treffend beschrieben. Mir macht es Spass unter Leuten zu sein und durch Ratschläge anderen zu helfen und ich hoffe, dass ich das noch lange tun kann.

Mit der von mir im Jahr 2017 an meinem 20.000 Geburtstag (in Tagen gerechnet) gegründeten „Max-Stillger-Stiftung“ möchte ich der Region einen Teil von dem zurück geben, was mich dahin gebracht, hat, wo ich heute stehe. Ein kleiner Hintergedanke bei der Stiftungsgründung war es allerdings auch den Leuten, denen man einen Gefallen getan hat, nicht wie bisher „bete ein Vater unser für mich“, sondern uneigennützig sagen zu können „dann spende halt was für meine Stiftung“.

Die Max-Stillger-Stiftung fördert in erster Linie das Ehrenamt und in Not geratene Menschen in der Region. Mein Ziel ist es dort in den nächsten 10 Jahren ein Stiftungskapital von mindestens einer Million Euro aufzubauen. Die ersten 200.000 sind geschafft und im März diesen Jahres kommen weitere 100.000 € dazu. Wie man das Stiftungsgeld dann am besten anlegt, brauche ich ja zum Glück keinen zu fragen. Aus Erträgen und Spenden konnten wir im ersten Jahr bereits 30.000 Euro ausschütten und dieses Jahr werden es über 40.000 Euro sein. Mit dem ehemaligen Limburger Bürgermeister Martin Richard, dem langjährigen Sportkreisvorsitzenden Hermann Klaus, meinem Freund Marcel Kremer, Ina Mücke, die sich um die steuerlichen Belange kümmert und Theo Speier, der mich bei der Spendenakquise unterstützt und Veranstaltungen organisiert, habe ich ein gutes Team an meiner Seite, das die Stiftung in den kommenden Jahren weiter nach vorne bringen wird.

 

Was würden Sie Limburg für die Zukunft wünschen?

Dass Limburg die lebenswerte Stadt bleibt, die es heute ist. Ein Anker zwischen den Metropolregionen Rhein/Main (Frankfurt/Wiesbaden) und Köln, sowie in der Achse Koblenz-Gießen. Dazu müssen die Menschen in der Region aber alle Ihren Teil zu beitragen. Unterstützt den Einzelhandel, unterstützt die Gastronomie und unterstützt die lokalen Medien. Engagiert Euch in den Vereinen. Nur so kann die Infrastruktur und Lebensqualität erhalten bleiben.

 

Mehr unter: www.stillger-stahl.com

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