Melancholien der Vergänglichkeit

Das Cover vom Buch

Verspätet reichen wir unsere Bezauberung durch Judith Schalanskys ›Verzeichnis einiger Verluste‹ bei Suhrkamp nach, aber sie hat mit diesem gut Ding ja auch eine Weile verbracht. Die genaue Recherche zur Vergänglichkeit merkt man diesem dichten und fabelhaft komponierten Buch an. Die Autorin ist nicht nur eine brillante Stilistin, die jedes Kapitel in einem anderen, hypnotisierenden Duktus verfasste – mal barock, mal nüchtern, häufig monumental im Satzbau, aber in der Vielfalt ihrer Themen stets präzise. Sie erinnert uns in ihrem enzyklopädischen wie abseitigen Wissen an Gelehrte wie W.G. Sebald. Muss man erwähnen, dass die 1980 in Greifswald geborene Schalansky neben der Profession für Kunstgeschichte auch Kommunikationsdesignerin ist? Nein, wer im Verzeichnis ehrfürchtig zu blättern beginnt, käme schon selbst drauf. Allerdings ist dann der Verlag besonders: Unseres Wissens ist die Verfasserin die einzige, die im SV ihre eigenen Titel gestalten darf und bislang für jedes den Preis für das schönste deutsche Buch erhielt. Lassen Sie sich überwältigen von so viel Geist und Schönheit!

 

Judith Schalansky: Verzeichnis einiger Verluste. Suhrkamp Verlag. 252 Seiten.
ISBN: 978-3-518-42824-5; 24 EUR

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