Hört, hört, der Wald spricht!

Für jedes Anwendungs­gebiet gibt es heute mobile Apps. Rund eine Millionen dieser kleinen Pro­gramme hat Google inzwischen im Angebot. Die Revier­försterei Platte Naurod bietet seit Mitte Oktober die digitale Neu­findung des klassischen Wald­lehr­pfads an und möchte damit gerade die jüngste, angeblich mit dem Smart­phone ver­wachsene Generation an die frische Luft locken – in den Hörwald.

Kinder bedienen den Hoerwald
Hör doch, der Wald erzählt Geschichten!

Stadtrat Dr. Oliver Franz und die Leiterin des Grünflächen­amtes, Margit See, stellten das Projekt zusammen mit Sabine Rippel­beck, Abteilungs­leiterin Forsten/Land­wirtschaft, und Revier­förster Matthias Lemcke auf dem Kellers­kopf vor: »Wir wollen die Bürger und Bürgerinnen motivieren, den Wald als Erholungs­raum zu nutzen und besser zu er­gründen«, erklärte Stadt­rat Dr. Franz. »Und da heut­zu­tage fast jeder ein Smart­phone besitzt, ist es eine schöne Idee, die modernen Möglich­keiten mit dem his­torischen Wald zu vereinen.« Mit der Konzeption und Gestaltung dieses aus­gefallenen Online­angebots in der Offlinewelt draußen im Wald war die Wiesbadener Agentur Cicero Kommunikation betraut. Finanziert wurde das Projekt zum größten Teil aus dem Umwelt­fonds der Fraport AG. So entstanden bislang 15 kurzweilige Hörkapitel von maximal vier Minuten Länge, die an besonders markanten Orten im Stadtwald Themen der Waldwirtschaft spannend erklären, aber auch auf archäo­logische Fund­stellen hinweisen, von denen er­staunlich viele aus keltischer und römischer Zeit im Forst ver­borgen liegen. Um das Angebot des Hör­walds nutzen zu können, brauchen die Smart­phone-Besitzer eine App zum Auslesen von QR-Codes, die für alle Betriebs­systeme kostenfrei erhältlich ist, sowie eine mobile Internet­verbindung. Und natürlich einen voll geladenen Akku.

»Der Clou ist die gemein­same Anlage der auf Holz­stelen angebrachten QR-Code-Schild­chen, jeweils in einer grünen Variante für die Erwachsenen­version und in Hüft­höhe die orange­farbene Plakette für die kind­gerechte Fassung. So kann man sich in Zukunft von seinem Kind die die Bedeutung der Wald­wiesen­täler fürs Klima in der Landes­hauptstadt erklären lassen.«

 

Kinderleicht zu bedienen: QR-Code scannen, Waldkapitel herunterladen, Anhören
Kinderleicht für Groß und Klein zu bedienen

Aktuell warten also 15 Stationen zwischen Platte, Gold­stein­tal und Naurod auf die neu­gierigen Wald­besucher. Denn man muss schon hinausgehen, um das Angebot des Hörwalds nutzen zu können. Die begleitende Web­seite erklärt aus­schließlich die Nutzung und orientiert die Nutzer via Google-Map über die Stationen. Der Clou ist die gemeinsame Anlage der auf Holzstelen angebrachten QR-Code-Schild­chen, jeweils in einer grünen Variante für die Erwachsenen­version und in Hüfthöhe die orange­farbene Plakette für die kind­gerechte Fassung. So kann man sich in Zukunft auch von seinem Kind die Geologie des Taunus oder die Bedeutung der Wald­wiesen­täler fürs Klima in der Landes­hauptstadt erklären lassen. Ein­gesprochen wurden die Texte im märchenhaften Tonfall der aus Hörbüchern bekannten Stimme von Annie Vollmers. Noch verhält sich der Hörwald haupt­sächlich zur Flora und den Verbreitungs­strategien der Bäume. Weitere Kapitel etwa zur höheren Tierwelt sind in Planung, die gegen Paten­schaften und Sponsoring umgesetzt werden können. Die Wild­katze gäbe ein schönes weiteres Thema her, sie fühlt sich in unserem Stadtwald inzwischen wieder richtig wohl, auch junge Luchse will man in diesem Sommer beobachtet haben. Und einige Hügel­gräber gibt es auch noch zu entdecken.

Kind bedient den Hörwald via Smartphone
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Hörwald c/o Grünflächenamt

Langendellschlag 100,
65199  Wiesbaden,
0611 23608511

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