Entschleunigen mit der Espe

Landhotels sind immer mehr im Kommen. Der Espenhof in der Rheinhessischen Schweiz ist da ein Pionier. Mit Bescheidenheit, Besinnung. Mit Glanzpunkten aus der Küche. 17 Zimmern mit Flair. Und einem Weingut, das sich in der rheinhessischen Spitze positioniert.

Es fühlt sich wie Zuhause an
Es fühlt sich wie Zuhause an

›Alles bleibt anders‹ lautet das Credo hier schon seit Jahrzehnten. »Hier ›darf‹ man alles machen, was einem in den Sinn kommt – man muss aber nicht«, sagt die Tochter des Hauses. »Wichtig ist, nur auf sich selbst hören. Das Nichtstun als Anlass nehmen; nur nicht immer auf diese durch deklinierte Abfolge hören.« Das gilt auch immer mehr für die Liaison von Speisen und Wein, und auch für die neuen Zimmer. Die sind nicht mehr liebevoll gehegter Landhausstil, sondern ruhen gemütlich in ihrer Moderne. Mit freistehendem Bad und ökologisch gebaut. In dieser legeren Lounge-Atmosphäre ist alles offen, das gibt ein freies Gefühl, so eines von lichter Weite. Auch beim Essen kommt man von strikten Abfolgen weg. Verfechter in Sachen regionaler Produkte war das Restaurant ohnehin seit eh und je.

»Ein besonderer Ort. Der mit dem Espenblatt. Dem Sandstein. Dem Anspruch: ›Gewachsen, nicht gemacht‹.«

Tobias Datow, der selbst eine eigene Viehzucht unterhält, setzt auf die bodenständige Verfeinerung – zurück zum Einfachen – und arbeitet den Eigengeschmack immer präziser heraus. Also keine überladenen Aromen, die vom Gast nur schwer durchschaut werden können. Das kommt an, dieser legere Zug gewährt ja auch mehr Spontaneität für neue Kombinationen. Etwa den nussig-mineralischen Flonheimer Weißburgunder zum eigens kreierten Rinderpaillard. Ebenfalls urlecker sind die hausgemachten Donnerstags-Burger. »Wir haben erstklassige Lieferanten.« Und Datow berichtet vom hiesigen Rinderzüchter, aber auch vom Bad Kreuznacher Gemüsebauer, der feinste Tomaten aus Ur-Sorten züchtet, um die sich im Sommer hier alles rankt.

Klassiker sind Sonntagsbraten, das Weinmenü oder auch Chateaubriand. Für private Feiern, Geburtstage, Trauungen oder auch eine Taufe bietet das Restaurant alles nach Absprache mit individuellem Ablauf, versteht sich. Der wöchentliche Stammgast jedoch schätzt fein abgeschmeckten Rindertatar und das saftig-zarte Rumpsteak mit knusprigen Bratkartoffeln. Im lauschigen Innenhof wird es jeden Donnerstagabend beim ›After Work Grill & Chill‹ zwanglos, locker und gemütlich. »Tobias kann aber auch die besten Kalbschnitzel weit und breit machen«, schwärmt Winzer Nico Espenschied. Burrata, Büffelmozarella, selbst gebackene Focaccia – das alles ist für Nico genauso ›signifikant hammergeil‹ wie sein La Roche Kabinett-Riesling aus der Eisschale, der sich wunderbar zum Aperitif eignet: »Den Fight mit der Mosel habe ich angenommen!«

Genuss pur gibt`s von Küchenchef Tobias Datow
Genuss pur gibt`s von Küchenchef Tobias Datow

Die Spitzenlage La Roche ist hier der Nukleus. Nur wenig Auflage. Dafür karges Urgestein, auch Rotliegendes und eine unverwechselbare Mineralität. Das arbeitet Nico immer differenzierter heraus – und relaxter. Vergärt spontaner, füllt selbst den Gutswein gestaffelt, schraubt Anspruch und Haltbarkeit hoch. Nico Espenschied macht überhaupt weniger als früher, gewährt seinen Weinen mehr Zeit, indem er ohne Abstich alles länger auf der Vollhefe lässt, schwefelt weniger. Man schmeckt das Gewachsene immer mehr, aber auch die Ecken und Kanten in den experimentelleren Weinen mit Maischegäranteil wie dem Roten Traminer ›Hautnah‹. Der Syrah ›Hautnah‹ ist wieder etwas für echte Kerle, während die Scheurebe ›Herz + Hand‹ aus erstklassiger Genetik sensibel, mineralisch und funky ist.

Entschleunigen mit der Espe

Noch die Gutsweine etwa vom Riesling oder Weißburgunder sind fast schon unverschämt leckere Trinkempfehlungen. Viele davon gibt es – günstig dazu – auch glasweise im Restaurant. Zuletzt zeigt sich die neue Seelenruhe, die auf dem Landhotel und im Weingut herrscht, auch im weiter entwickelten Logo des Espenhofs. Das Espenblatt steht nun für noch mehr Besinnung auf die Wurzeln, aufs Wesentliche. »Wir können in der Stadt doch kaum noch träumen, da ist der Himmel nicht frei und die Böden sind zu leblos«, sagt Lena Espenschied. Also, auf zu Espenschieds Espe!

VivArt Service Logo

Weingut Espenhof

Hauptstraße 81,
55237 Flonheim-Uffhofen
, 06734 94040
›After Work Grill & Chill‹, donnerstags ab 17 Uhr im lauschigen Innenhof. Wir empfehlen auch die Individuellen Tagungs-Arrangements mit Wein-Begleit-Programm auf dem Espenhof. Öffnungszeiten (April bis Oktober): Di –Do 17.30–22 Uhr, Fr 15–22 Uhr, Sa 13–22 Uhr, So und feiertags 12–14 und 17.30–21.30 Uhr

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