Der Geschmack von Groenesteyn

Mit Dirk Schroer in der Küche und seiner Lebensgefährtin Amila Begic im Service eröffnete Schloss Groenesteyn in Kiedrich endlich wieder seine Türen, die allzu lange abgesperrt waren. Schon jetzt darf man nicht nur auf Gutes aus dem Keller und auf dem Teller hoffen, sondern das Paar beweist, dass Selbstständigkeit neue Ideen freisetzt. VivArt freut sich über eine neue, altbekannte Adresse und ›gehobene, regionale und ehrliche Küche‹ des Sternekochs – ohne Allüren.

Dirk Schroer und seine Lebensgefährtin Amila Begic
Dirk Schroer und seine Lebensgefährtin Amila Begic

Seit dem 1. Juni ist es offiziell: Amila Begic und Dirk Schröer sind die neuen Pächter auf Schloss Groenesteyn und es beginnt eine neue Ära. Reduzierter, bestechend einfach und ja, auch rustikaler. Es hat fast den Anschein eines Sabbaticals von den Schlossküchen; ein durchaus entspannterer Gastgeber freut sich darauf, mit seinen Genüssen eine gesellige und kommunikative Atmosphäre zu schaffen. 

»Wir bieten unseren Gästen gute, ehrliche und deutsche Küche«

Davon haben wir uns überzeugt und wir finden Schroers Konzept erfrischend leger. Klarer Fall, hier versucht ein wirkliches Spitzentalent auch sich selbst die Freude am Kochen in aller Freiheit zurückzuholen und es gelingt offenbar.  

Die Rheingauer Traditionswirtschaft bietet fraglos in der Qualität gehobene Küche – ohne abgehoben zu sein. Die Gäste danken es, schenken sich selbst Wasser ein und lassen die Manschetten zuhause. Großen Anteil an der herzlichen Atmosphäre in der Weinschänke hat Schröers bessere Hälfte; Restaurantleiterin ist seine Lebensgefährtin Amila Begic, die selbst auch seit Jahrzehnten in der Gastronomie tätig ist. »Im Groenesteyn gibt es nichts Gekünsteltes, wir wollen uns nicht verstellen. Ich will das, was meine Großmutter früher gekocht hat, aufgreifen und neu zubereiten. Keine Sterneküche, da müssen wir ehrlich sein.« Dergestalt sind unter den angebotenen Speisen so manche Klassiker der deutschen und französischen Küche. Aber auch die neu konzipierten Gerichte machten nachhaltigen Eindruck bei unserem Besuch und sprechen für den Neuanfang. So spiegelt die neue Karte in der Traditionsschänke Vielfalt. Da finden sich Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat, Rinderbacke oder -filet mit geschmorten Karotten und Kartoffelpüree neben dem Rücken vom iberischen Wollschwein mit Senfkörnern auf Kartoffelfondue sowie Seesaibling im Räuchersud mit Graupen und Sellerie. Und dieser abwechslungsreiche Zug setzt sich über die Zwischengänge bis zu den Desserts fort.  

Der Geschmack von Groenesteyn
Der Geschmack von Groenesteyn
Der Geschmack von Groenesteyn
Fotos: Arne Landwehr

Auf der fast hundert Positionen starken Weinkarte dominieren Rheingauer Weißweine. Hier zeigt sich auch eine Wahlverwandtschaft – das renommierte Weingut Weil liegt vis-à-vis. Bei den Roten gibt sich Schröer zwar Mühe, Rheingauer anzubieten, aber es gehört auch zum ehrlichen Zug der neuen Adresse, hier der Côtes du Rhône adäquat Raum zu lassen. »Und unser Bier beziehen wir bei einer kleinen hessischen Brauerei. Beim Champagner wollen wir aber keine Zugeständnisse an die Regionalität machen. Der kommt aus einem großen Haus, der traditionsreichen, 1829 gegründeten Kellerei Bollinger.«

Dirk Schröer und Amila Begic wollen mit der Pacht von Schloss Groenesteyn ihrer Wanderjahre durch die Spitzengastronomie beenden: »Es ist fast wie eine Hütte, mit der Holzvertäfelung und den blanken Holztischen«, schwärmen die beiden. Und nicht zu vergessen ist diese tolle Terrasse mit dem unvergleichlichen Panorama in die Weinberge und auf den weißen Turm von Burg Scharfenstein. VivArt wünscht diesem vollauf gelungenen Einstand in die Selbstständigkeit weiter viel Fortune!

Fotos: Arne Landwehr

 

VivArt Service Logo

Weinschänke Schloss Groenesteyn

Oberstraße 36/37,
65399 Kiedrich
, 06123 1533
Öffnungszeiten: Mo, Do, Fr ab 17 Uhr, Sa und So sowie feiertags ab 12 Uhr, Di, Mi Ruhetag Fotos: Arne Landwehr

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