Erkenntnisgewinn durch Veranschaulichung

Wie muss eine gute Konferenz sein? Klein und fein, mit hochkarätigen, aber noch nicht zigfach durchgereichten Sprechern. Wo man nicht vollgelabert, sondern inspiriert wird. Wo man mehr mitnimmt als ein kostenloses T-Shirt. Nach vielen erfolglosen Suchen nach einer solchen Veranstaltung im Rhein-Main-Gebiet entstand bei Scholz & Volkmer die Idee: einfach selber machen.

Foto: Scholz & Volkmer


So wurde im Jahre 2006 die see-Conference ins Leben gerufen. Heute ist sie mit insgesamt über 1000 Besuchern in Wiesbaden eine der größten Design-Konferenzen im deutschsprachigen Raum und findet am 13. April 2019 bereits zum 14. Mal statt. Wie der Name schon verrät, befasst sich die see mit dem Sehen, die Unterzeile beschreibt es konkreter: Die Konferenz zur Visualisierung von Information. Damit war seinerzeit vor allem das Schwerpunktthema "Datenvisualisierung" als Design-Disziplin gemeint, heute geht es vermehrt auch darum, wie sich gesellschaftliche Wahrheiten durch Veranschaulichung in der Informationsflut durchsetzen können. Diesen Erkenntnisgewinn durch Visualisierung praktizieren auf der see Vertreter aus Design, Kunst, Architektur, Journalismus, Philosophie, Technologie oder Wirtschaft. Auch für die see14 Jahr konnte Scholz & Volkmer interdisziplinäre, tonangebende Kreative und Denker als Sprecher*innen gewinnen. 

Der brasilianische Grafikdesigner Pedro Inoue arbeitet als Kreativdirektor bei "Adbusters". Das Ziel seiner Designkampagnen ist, sozialen und politischen Umschwung voranzutreiben: Sie üben Kritik an großen Unternehmen, der Konsumgesellschaft, ziehen korrupte Politiker zur Rechenschaft und regen eine kopflose und selbstzufriedene Kultur dazu an, wieder eigenständig zu denken und Verantwortung zu übernehmen. 

Die Filmgrafik-Designerin Annie Atkins hatte ihren ersten Job als Grafikdesignerin für "The Tudors" und ebnete damit ihren Weg in der Filmbranche. Seitdem designt und fertigt sie von Zeitungen, Liebesbriefen bis hin zu ganzen Kulissen verschiedenste grafische Elemente eines Filmsets und arbeitete unter anderem für Oscar-nominierte Filme wie Spielbergs "Bridge of Spies" oder Wes Andersons "The Grand Budapest Hotel".

Marjan van Aubel ist Solar-Designerin und Mitgründerin des Designkollektivs Caventou. Ihre innovative Arbeit umfasst die Bereiche Nachhaltigkeit, Design und Technologien. Im Zentrum steht der Einsatz von intelligentem Design für die "Solardemokratie" – mit dem Ziel, Solarenergie gesellschaftsfähig zu machen. 

Eike König ist Grafikdesigner und Hochschulprofessor. Er gründete HORT in Berlin – ein Designbüro für visuelle Kommunikation und lehrt seit 2011 Illustration und Grafikdesign an der HfG Offenbach. Mit seiner Arbeit liefert Eike nicht nur Antworten, sondern eröffnet einen politischen Diskurs.

Nachdem er ursprünglich Jura studierte, gründete Daan Lucas "Random Studio" – ein Designstudio, das immersive Erlebnisse für Marken wie Nike und Chanel schafft. Mithilfe von interaktiven Installationen rund um Marke und Produkt werden dem Betrachter neue Perspektiven im physischen Raum eröffnet.

Der Architekt und Urban Designer Mathew Leung ist Mitbegründer von "Assemble", einem interdisziplinären Architektur-, Design- und Kunststudio, das sich auf die Planung und Umsetzung von Arbeitsräumen spezialisiert. Mathew war unter anderem Projektleiter bei "The Cineroleum", einem Pilotprojekt zur Wiederverwendung von 4000 unbenutzten, britischen Tankstellen.

Nach ihrem Studium in Insektenkunde und Produktdesign an der ArtEZ in Arnheim, arbeitet Matilde Boelhouwer interdisziplinär in den Bereichen Design, Kunst und Biologie. Mit ihrer Arbeit will sie nicht nur schöne Ideen, sondern Ideen mit einem Mehrwert generieren: Ihr Design soll neue Möglichkeiten und Perspektiven aus der Insektenkunde aufzeigen und die Gesellschaft für die Bedeutung der Umwelt sensibilisieren.

Mary Katherine Heinrich ist eine interdisziplinär arbeitende Forscherin, die sich mit der selbstorganisierenden und biohybriden Robotik beschäftigt. Mary ist am Institut für Technische Informatik der Universität Lübeck tätig und Teil des "Flora Robotica"-Forscherteams. Im Rahmen von "Flora Robotica" wird erforscht, wie durch Roboterschwärme angeleitete, intelligente Pflanzen langfristig unsere Städte beleben können.

Mehr Informationen zum Programm gibt es auf see-conference.org und bei Facebook.

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