Letzte Chance vor dem Umbau!

Echo der Welt – Cactus succulentus literally, 2016
Echo der Welt – Cactus succulentus literally, 2016

Die Altana Kulturstiftung ging seinerzeit aus dem damals noch in Bad Homburg ansässigen Chemieunternehmen Altana AG hervor. Als das Unternehmen verkauft wurde, blieb die Kulturstiftung bestehen. Die Quandt-Erbin Susanne Klatten, die in Bad Homburg aufwuchs, aber in München lebt, gründete zudem 2012 die Stiftung Nantesbuch. Sie erwarb im bayerischen Voralpenland bei Bad Tölz ein großes Gelände, das zur Stiftung gehört. Im sommer 2017 haben sich nun die Altana Kulturstiftung GmbH und die Stiftung Nantesbuch gGmbH  zusammengeschlossen. Auf diese Weise bündelt die Gründerin der beiden Stiftungen, die Unternehmerin Susanne Klatten, künftig ihr vielfältiges Engagement für Kunst, Natur und kulturelle Bildung an den Standorten Bad Homburg und München unter einem gemeinsamen organisatorischen Dach. »Ziel unserer Aktivitäten ist es, das Be-wusstsein für den Wert von Kunst und Natur zu erweitern und durch die intensive Auseinandersetzung mit Kunst und Natur und ein achtsames, reflektiertes und verantwortungsvolles Denken und Handeln zu fördern«, sagt Patricia Germandi, Leiterin Kommunikation des Museums Sinclair-Haus und der Stiftung Nantesbuch in Bad Homburg. »Auch die über 600 Werke umfassende Kunstsammlung, deren Arbeiten nur zum kleinen Teil im Rahmen der Ausstellungen des Museums gezeigt werden konnten, soll perspektivisch in Zukunft auf dem Gelände der Nantesbuch-Stiftung zu sehen sein.« 

Dies ist nicht die einzige Neuerung: Das Museum Sinclair-Haus wird 2018 umgebaut. Die Modernisierung ist auch wegen der enorm gestiegenen Besucherzahlen notwendig. Nachdem bei vergangenen Umbauten für Barrierefreiheit gesorgt wurde, steht nun die Erneuerung der Klimatechnik, der Beleuchtung und der Böden an, erläutert Germandi. »Nach der sechs bis acht Monate dauernden Umbauphase plant Museumsdirektor Dr. Johannes Janssen die Wiedereröffnung mit einem ganz besonderen Programm, über das ich aber noch nichts Genaueres verraten kann«, erklärt sie. Deswegen besteht im Winter 2017 noch die Chance, vor der
Modernisierung die erfolgreiche Ausstellung ›Buchwelten‹ oder eines der begleitenden Künstlergespräche zu besuchen. Am 17. Januar 2017 bezieht die Künstlerin Nanne Meyer im Gespräch mit Dr. Sibylle Anderl von der ›FAZ‹ Stellung zu ihren Werken. Das Team des Museums Sinclair-Haus beschreibt Meyers Werk so: »In ›Das neue Welterlebnis› arbeitet Meyer ein Buch um: 62 Buchseiten hat sie weiß überstrichen und lediglich die elf Worte stehen gelassen, die am häufigsten im Text vorkommen: Punkt, Linie, Welt, Wind, Wolken, Gewölk, Himmel, Luft, Zeit, Nebel und Schatten. Hinzu kommen einige ›Gastwörter‹ wie Sand, Gedanke und andere. Die auf den Buchseiten Worte sind mit je einem roten Punkt markiert und mit geraden Linien verbunden. Als Block angeordnet, lassen die Blätter Assoziationen von Stern- und Navigationskarten entstehen.«

Schon am 6. Dezember 2017 präsentiert das Museum Sinclair-Haus ein Gespräch des Künstlers Peter Wüthrich mit Bianca Schwarz von hr2-kultur. Wüthrich nutzt Bücher als Material für seine Werke. In den Fotografien und dem Film seiner Imago-Serie lässt der Schweizer Künstler seine Bücher vogelgleich durch die Luft fliegen. In der Serie ›Literary Horizon‹ dreht Wüthrich das geschlossene Buch um 90 Grad und die den Buchrücken umfassende Einbindung bildet plötzlich eine Horizontlinie. »Das motivfreie Cover wird so unvermittelt zu einer weiten Landschaft, die wir nur durch unsere festen Sehgewohnheiten landschaftlicher Kompositionen als solche erkennen«, fasst eine Interpretation des Museums Sinclair-Haus zusammen.

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Museum Sinclair-Haus

Löwengasse 15,
61348 Bad Homburg
Peter Wüthrich im Gespräch mit Bianca Schwarz, hr2-kultur, Mittwoch, 6. Dezember 2017, 19 Uhr. Nanne Meyer im Gespräch mit Dr. Sibylle Anderl, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mittwoch, 17. Januar 2018, 19 Uhr.

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