Geschichte unter freiem Himmel

Die ganze Vielfalt des Bauens, Wohnens sowie des handwerklichen, landwirtschaftlichen und häuslichen Arbeitens wird in über hundert historischen Gebäuden auf 65 Hektar Freifläche eindrucksvoll gezeigt. Entsprechend der Herkunft der Gebäude gliedert sich das Museumsgelände in die fünf Baugruppen Mittel-, Nord-, Ost- und Südhessen sowie Rhein-Main. Jede stellt für sich eine für die Region typische Siedlungsform dar. Die Baugruppe Werkstätten stellt Handwerksbetriebe und Gerätschaften aus verschiedenen Zeiten und Herkunftsorten vor. Das malerisch zusammengestellte Ensemble aus 26 Fachwerkhäusern auf dem Marktplatz macht mit Kunstausstellungen und historischen Exponaten Lust auf mehr – und geben mit Ladengeschäften, Gaststuben und Bänken Gelegenheit zu Rast und Muße. Im Hessenpark stehen nicht nur über hundert Häuser; hier leben auch viele Tiere, die früher auf den Bauernhöfen der Region heimisch waren. Viele davon sind selten geworden, einige fast ausgestorben. Als zertifizierter Arche-Park setzt sich das Freilichtmuseum für den Erhalt alter Nutztierrassen ein. Streuobstwiesen, Felder, Nutzgärten und ein Weinberg auf dem Museumsgelände bewahren zudem alte Obst- und Nutzpflanzensorten.

Mitmachen, Mit-Drechseln, Mit-Mahlen, Mit-Flechten erwünscht!

So wird hier im Hessenpark Geschichte wieder lebendig: Während der Hauptsaison von März bis Oktober schaut man täglich Handwerkern und Landwirten bei ihrer Arbeit über die Schulter, taucht im Museumstheater, Ausstellungen und anderen saisonalen Veranstaltungen in die vergangenen Jahrhunderte ein. Jährliche Höhepunkte sind die Pflanzenmärkte im Mai und September, das Erntefest und das Apfelfest im Herbst und der Adventsmarkt am ersten Adventswochenende. Jeden Samstag und Sonntag um 15 Uhr finden öffentliche Führungen statt, bei denen Besucher das Museum aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln kennenlernen.

Es sind richtig urbane Ensemble entstanden, die den Hessenpark zum wohl gelungensten Freilichtmuseen Europas machen.

In der Stallscheune aus Asterode ist dieses Jahr eine große Sonderausstellung zum Thema ›Hessen unter Strom. Die Elektrizitätswirtschaft von den Anfängen bis heute‹ zu sehen. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem hessischen Wirtschaftsarchiv in Darmstadt entstand, zeichnet die Fortschrittsgeschichte der Elektrizitätswirtschaft in Hessen seit den 1880er-Jahren bis zu den heutigen Diskussionen um den Einsatz alternativer Energien nach. Im Haus aus Gemünden (Wohra) werden ebenfalls bis Anfang Dezember Bilder von Barbara Klemm ausgestellt. Unter dem Titel ›Alltag, Aufbruch und Anstoß‹ zeigt die renommierte Fotografin erstmals eine Auswahl ihrer zwischen 1969 und 2001 in Hessen entstandenen Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Auch der Marktplatz des Museums wird durch die erneute Beteiligung an der Skulpturenbiennale ›Blickachsen 2017‹ zur Ausstellungsfläche. Hier ist ab Mai eine Gruppe von Figuren des kanadischen Künstlers Jean Yves Klein zu bewundern.

Mit den Häusern und Werkstätten kamen auch die Gewerke wieder.
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Freilichtmuseum Hessenpark

Laubweg 5,
61267  Neu-Anspach,
06081 5880

Ausstellung Hessen unter Strom bis 3. Dezember 2017

Öffnungszeiten: März bis Oktober täglich 9–18 Uhr

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