Wintertraum

Historische Gewölbe gibt es viele. Aber keinen wie Peter Winters faszinierenden Kunstkeller. Transparenz, Filigranität, Spannung – das gilt aber auch für die neuen Weine der Georg-Müller-Stiftung in Hattenheim: Sie faszinieren durch eine immer natürlichere, authentische Ausstrahlung.

Große Weintradition der Georg-Müller-Stiftung - heute bei Peter Winter in den besten Händen
Große Weintradition der Georg-Müller-Stiftung - heute bei Peter Winter in den besten Händen

Was für ein Pinot noir! Voll seidiger Transparenz und dennoch druckvoll und intensiv am Gaumen. Das feine Holz stützt die Frucht, die dunkel, dicht und differenziert schmeckt. In diesem tief gestaffeltem Spätburgunder ›Hommage à George‹ glüht das gleiche Rotweinfeuer wie in Peter Winter selbst. 2003 erfüllte sich der sympathische Wein- und Kunstfreund sein berufliches Ziel. Damals entschloss sich die Stadt Eltville dazu, das Ende des 19. Jahrhunderts von Georg Müller gegründete Weingut in private Hände zu geben. Winter investierte gewaltig, schuf gemeinsam mit seiner Frau Elvira und der der Galerie Winter den originären Kunstkeller im 250 Jahre alten Gewölbe. Das permanente, frei zugängliche Ausstellungskonzept mit Installationen, Lichtobjekten, Malerei und Skulpturen ausgesuchter, auch international bekannter Künstler berührt einen Nerv im Betrachter.

Und genau das schaffen auch die grandiosen 2015er Spätburgunder von Winter! Gerade diese Lebendigkeit, der Zug und der Nerv sind Ausweise hoher Rotweinkunst – nicht Turbo-Alkohol, weichgekochte Beeren-Marmelade oder das Holz-Tamtam. Die internationale Spitze arbeitet puristisch-elegant, nicht mit Naschwerk oder aufgesetztem Holz. Nein, der Fokus liegt auf Finesse, der Wert der Beere wird so freigelegt. Tragend sollte einzig und allein die stilistische Sicherheit sein, die Reife und Frische gekonnt ausbalanciert. In dieser burgundischen Dimension sieht sich Peter Winter – und genau das bekommt er an Wertschätzung auch auf internationaler Bühne zurück. Gerade wurde auf der renommiertesten Weinmesse in China die grandiose ›Hommage à George 2015‹ mit dem ›China Wine & Spirits Award‹ als ›German Wine of the year‹ ausgezeichnet. Sogar die doppelte Goldmedaille – eine absolute Sensation, zumal überhaupt das erste Mal ein deutscher Rotwein gewann. Große Anerkennung zollte auch Chris Ringland, der im australischen Barossa Valley einige der besten Shiraz bislang kelterte. »Er war total begeistert von unserem burgundischen Stil: voll in der Frucht, aber eben nicht zu dominant im Holz. Und dann sagte er mir, dass er für so einen Wein hunderte von Dollar bezahlen würde! Ein enorm wichtiger Kunde von mir in Peking hat gleich 360 Flaschen, die Hälfte der Charge erworben. Den Rest verkaufe ich hier nur auf Anfrage an absolute Liebhaber.«

»Man mag sich einfach nur fallen lassen in diesen Kosmos, doch die Landung ist butterweich.«

Winters Augen leuchten. Man spürt unverkennbar seine Leidenschaft für Wein. Gemeinsam mit dem Gutsverwalter Tim Lilienström schlägt er mit den 2015er Spätburgundern der Weingut-Georg-Müller-Stiftung ein völlig neues Kapitel auf. Bereits die ›Edition PW‹ bietet das feine Pinot-Parfum, ganz zarte Mineralik, packende Fruchtsüße und Eleganz. Mit dem ›Daniel‹ aus besten Hattenheimer und Hallgartener Lagen landete Winter einen Clou: der 2007er belegte beim Meininger Rotweinpreis den 1. Platz in der Kategorie ›gereifte Rotweine trocken‹. Welche Ambitionen das Gut aktuell hat, belegt der 2015er Hattenheimer Engelmannsberg ›Erste Lage‹ aus dem Barrique: das Steinig-Kühle mit dem Fleischig-Süßen – Lichtjahre entfernt von Lilliput-Flüssigkeiten mit poppig eingeregelter Restsüße. Die Cassis- und Kirschfrucht ist vielmehr dicht mit röstigen, rauchigen, kräuterigen und mineralisch-würzigen Aromen verwoben. Man mag sich einfach nur fallen lassen in diesen Kosmos, doch die Landung ist butterweich.


Aber Winter beeindruckt nicht nur auf den Eichenbrettern, die die Rotweinwelt bedeuten, auch die Weißweine haben beträchtlich zugelegt. Dank immenser Finesse und Feinheit, nicht purer Power. »Wir bauen immer natürlicher aus, geben den Weinen noch mehr Zeit, lassen sie länger auf der Hefe reifen, füllen auch später. Der ganze Gärprozess läuft nun deutlich langsamer.« Das schmeckt man: saftige, schwungvolle, glasklare Gutsweine mit hohem Spaßfaktor. Der trockene und feinherbe Riesling Erste Lage aus dem Hattenheimer Schützenhaus bietet den Schluck ins Fruchtfleisch – temperamentvoll, schwungvoll, der Riesling rockt. Mit natürlicher Ausstrahlung fasziniert das Große Gewächs aus dem Hattenheimer Nussbrunnen. Ein Wein, der nichts will, der lässig ist, nobel, zurückhaltend. Und dann ganz aus der Tiefe kommt. Wie Peter Winter, der nichts sein will, sondern ist. Der den federleichten Kabinett aus der Hassel gerade zur asiatischen Küche schätzt – oder auch die kantig-kühle, würzig-mineralische Spannung des Großen Gewächses aus der Hallgartener Jungfer. Eine Zeitschnecke – wie die traumhaften 2015er Roten auch!

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Weingut Georg Müller Stiftung

Eberbacher Strasse 7-9,,
65347 Hattenheim im Rheingau
, 06723 2020

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