Fein, feiner, feingemacht!

Gehört eigentlich nur ein Pudel zum Hundefriseur oder verdient heutzutage jeder Hund einen vernünftigen Haar­schnitt? Erfreut sich daran nur der Besitzer, oder schafft es nicht auch für so manchen Natur­burschen Erleichterung? Wir haben keinen Pudel bei VivArt, doch Christin Schmeling schnappte sich unsere drei Redaktions­hunde und ging der Sache auf den pelzigen Grund. Beim ›Feingemacht Hundefriseur‹ und im Gespräch mit Franziska Knabenreich.

Christin: Was sind das normalerweise für Hunde, die hier in deinen Salon kommen? Ich stelle mir vor, dass das Rassehunde von Besitzern sind, die von ihrer Botoxbehandlung kommend, auf dem Weg nach St. Tropez nochmal ihren Hund aufhübschen lassen.

Franzi: Viele Leute haben heute noch ein falsches Bild vom Hundefriseur und denken, dass Hunde in erster Linie abgeschoren werden oder affige Frisuren bekommen. Mir ist die Natürlichkeit des Hundes wichtig, egal ob es ein Rassehund oder ein Mischling ist. Bevor ich mit der Fellpflege anfange, kläre ich die Besitzer darüber auf, was ich tun kann und was auf keinen Fall gut für das Fell ihres Hundes ist.

Die Meisten denken auch, dass ein Hund nicht zum Friseur muss. Wichtig ist jedoch, dass das abgestorbenes Fell entnommen wird, dass der Hund filzfrei ist und die Hundehaut sauber und frei von Dreck und Verunreinigungen oder Pestizid-Rückständen. Es gibt heutzutage viele Hunde, die Allergien haben, gerade für sie ist eine regelmäßige Fellpflege und eine saubere Haut sehr wichtig. Die Hunde fühlen sich nach dem Entfilzen, Trimmen oder Unterwolle entfernen wohler und befreiter.

Werden die Hunde auch gewaschen?

Ich wasche nicht jeden Hund. Für einen richtigen Haarschnitt ist das jedoch empfehlenswert. Viele Hunde kennen das Waschen nicht und sie müssen vorsichtig an dieses Thema geführt werden. Ich persönlich empfehle jedem Hundebesitzer regelmäßiges Waschen. Mit den richtigen Produkten ist das heutzutage überhaupt kein Problem mehr.

Christin Schmeling und Franziska Knabenreich
Christin Schmeling und Franziska Knabenreich im Gespräch

»Jeder Hund ist anders. Manche sind total souverän und andere sind miss­trauisch oder ängstlich. Natürlich muss ich als Friseurin Ruhe und Ge­lassenheit ausstrahlen. Ich dränge keinen Hund zu irgendwas und wenn der Hund Angst vor der Schere hat, muss ich eben um­disponieren und Übungs­termine machen.«

Franziska Knabenreich

Wie wichtig war dir die schöne Ausstattung in deinem Laden?

Ich bin ja täglich viele Stunden hier und möchte es gemüt­lich haben, vor allem möchte ich, dass sich die Hunde­besitzer hier wohl­fühlen. Das überträgt sich dann auch positiv auf den Hund. Freunde und Kunden kommen hier sogar gerne mal auf einen Kaffee oder ein Glas Wein vorbei.

Darf man immer als Kunde dabei bleiben, auch ohne dich für ein Magazin zu interviewen? Oder ist das bei manchen Hunden gar nicht so gut?

Das ist ein sehr wichtiges Thema für mich als Friseur. Ich mache das immer von dem Hund abhängig. Es gibt welche, die brauchen die Nähe ihrer Besitzer, um entspannt zu sein. In anderen Fällen sollte das Herrchen oder Frauchen lieber draußen sitzen bleiben oder sogar ganz gehen, damit der Hund nicht unruhig rum­tänzelt oder sich von der Nervosität seines Besitzers anstecken lässt. Für mich steht Ruhe, Sicher­heit und das Wohl­gefühl des Hundes im Vorder­grund.

Du bist nicht nur Hundefriseurin, sondern auch Bloggerin. Gibt es da Synergien?

Ich blogge seit einigen Jahren rund um das Thema Hund. Egal ob ich über Fell­pflege, Accessoires, Rasse­portraits schreibe oder prominente Hunde­besitzer interviewe, ich schreibe was mich interessiert und was mir gefällt.

Hunde-Coiffeurin Franziska Knabenreich
Hunde-Coiffeurin Franziska Knabenreich

Und im Fernsehen hat man dich auch schon gesehen.

Ich hatte das Glück zwei Staffeln für das VOX Haustier­magazin ›Hundkatzemaus‹ drehen zu können, in denen ich Tier­schutz­hunde bei der Fell­pflege unterstützt und sie von Filz und Schmutz befreit habe, damit sie bessere Chancen für die Ver­mittlung haben. Für ›Die runde Ecke‹ bin ich als Story­tellerin unterwegs gewesen und habe im WDR erzählt, wie ich Hunde­friseurin geworden bin. Es sind noch weitere TV-Projekte geplant, worüber ich mich sehr freue. Aber ich darf leider noch nicht genau sagen, worum es geht.

Unsere Hunde kommen auch aus dem Tierschutz und fühlen sich sichtlich wohl bei dir. Das muss man ja auch irgendwie können. Welchen Zugang hast du zu den Tieren?

Jeder Hund ist anders. Manche sind total souverän und andere sind sehr miss­trauisch oder ängstlich. Natürlich muss ich als Friseurin Ruhe und Ge­lassen­heit aus­strahlen. Ich entscheide immer intuitiv, mit welchem Hund ich wie umgehen muss. Ich habe jahrelange Erfahrung mit Tier­schutz­hunden. Man muss auf die Sprache des Hundes hören und sich dann an­passen. Einige Sachen muss man eben öfter üben, anderer Sachen klappen sofort. Ich dränge keinen Hund zu irgendwas und wenn der Hund Angst vor der Schere hat, muss man eben um­disponieren und Übungs­termine machen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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